Mein Vater war ein passionierter Pilzesammler. So ging es, wenn Saison war, am Wochenende in die Schwammerl, wie man in Bayern so schön sagt. Das Pilzesuchen fand ich weniger spannend. Ich stand im feuchten Wald, zum Spielen gab es nicht viel, weil ich nicht zu den phantasievollen Kindern gehörte, die mit Tannenzapfen und Zweigen einen ganzen Nachmittag gedankenversunken verbringen konnten. Daß die besonders schönen Pilze besonders giftig waren, konnte ich auch nicht nachvollziehen. Aber er hatte wohl recht recht, denn wir haben diese Ausflüge folgenlos überlebt.
War der Korb nach vielen Stunden endlich voll, wurden Sohn und Ertrag nachhause gebracht. Mit Liebe zum Detail wurden die Pilze untersucht, gereinigt und zerlegt, bevor sie dann endlich in der Pfanne landeten.
Allmählich roch die ganze Wohnung nach bratenden Pilzen. Ich habe heute noch diesen Duft in der Nase. Kein in den Märkten erhältlicher Pilz kommt an dieses olfaktorische Erlebnis meiner Kindheit heran.
Leider kam es nicht dazu, das Wissen und die Leidenschaft an die nächste Generation zu vererben. So bleibt nur die Erinnerung an den Duft von Natur und Wildnis, an die kein Supermarkt-Champignon heranreichen kann.
(Bildausschnitt: pizzodisevo/Flickr)

Meine Kindheitserinnerung ist ein Meer von Pilzen, ausgelegt zum trocknen in der Sonne.
Steinpilze so groß wie meine heutige Hand.
ich liebe Pilze, aber seit Jahren habe ich nicht die Chance gehabt, selber welche zu sammeln. Für gute Pfifferlinge und gute Steinpilze zahlt man ja leider ein halbes Vermögen.
Hach, damals…
Pilze werden vollkommen unterschätzt.