703. Tatort: Blinder Glaube (RBB; EA: 31.08.2008)
| Ermittler: Hauptkommissar Till Ritter (Dominic Raacke), Hauptkommissar Felix Stark (Boris Aljinovic); Kommissar Lutz Weber (Ernst-Georg Schwill), Wiegand (Veit Stübner) Besetzung: Dr. Mareike Andresen (Judith Engel), Dr. Tim Nicolai (Justus von Dohnányi), Manfred Andresen (Jörg Gudzuhn), Kerstin Vonk (Anne Kanis), Judith Wenger (Gesine Cukrowski), Prof. Lutz Manteuffel (Dietrich Mattausch) Drehbuch: Andreas Pflüger; Regie: Jürgen Bretzinger |

Die ersten 25 Minuten habe ich dank der S7-Baustelle verpasst…
Die Augenchirurgin Katja Manteuffel wurde umgelegt. Sie war Chefärztin, sollte es aber nicht werden, weil dafür eigentlich Dr. Mareike Andresen vorgesehen war, die s ieaber durch eine Indiskretion ihres Verlobten Dr. Tim Nicolai nicht bekommen hat. Der Informatiker Nikolai arbeitet für Phydra, einem einem Projekt, das Blinde wieder sehen lassen soll. Das untersteht der Cornea AG, die Manfred Andresen, der Vater der verhinderten Chefärztin, leitet.
Es geht um eine große Nummer. Die erblindete Kerstin Vonk soll mit Hilfe eines operierten Mikrochips, der von Cornea entwickelt wurde, wieder sehen. Um dieses Projekt finanzieren zu können, bedarf es Zuschüsse vom Forschungsministerium, das Judith Wenger vertritt.
Alles nicht ganz einfach, denn Nikolai hatte ein Verhältnis mit seiner alten WG-Liebe Tanja Manteuffel. Zu dieser WG gehörte auch Judith Wenger. Mit der Dame aus dem Forschungsministerium versucht Hauptkommissar Ritter anzubandeln und läasst sich dafür von seinem Kollegen Stark Nachhilfestunden im Rumba geben (und beheligt noch den Zuarbeiter Weber: “Gab’s im Osten auch Rumba?”, Weber: “Kubanische Gesellschaftstänze gehörten zur ideologischen Grundausbildung.”). Getanzt wird zu Doris Day.
Und keiner darf wissen, wer mit wem verflochten ist, sonst gibt’s keine Zuschüsse. Alle halten dicht, so daß eigentlich nichts an Tageslicht tritt, bevor die Kommisaare darin rumwühlen. Dummerweise kann die mit einem Chip versehene Kerstin Vonk entgegen aller Beteuerungen doch nicht sehen. Die Demonstration im Hörsaal ist ein Fake, was auch alle wissen. Nur Tanja Manteuffel wollte es der Polizei melden, was der Cornea AG nicht gepasst hat. Der eigentlich unselbständige Nikolai hat es seinem Chef gesteckt, der die Pleite vor Augen hatte, und die Frau seines Besten Freundes, Prof. Lutz Manteuffel ermordet hat.
Das war ein Tatort, der vor einem wirklich guten Ensemble getragen wurde. Die Geschichte war zwar ganz amüsant, aber eigentlich eher mittelprächtig. Dem Lonesome Cowboy Ritter wurde mit der attraktiven Judith Wenger von Andreas Pflüger eine nette Affäre auf den Leib geschrieben, die Komik hatte. Boris Aljinovic als Felix Stark kam diesmal nicht so zum Zuge. Jörg Gudzuhn als besessener Wissenschaftler hatte zwar nicht seine Paraderolle, überzeugte dennoch vollkommen. (Daß mit Gesine Cukrowski und Jörg Gudzuhn die verbliebenen letzten Zeugen als Verdächtige auftraten, hatte schon etwas.) Justus von Dohnanyi gab eine wirklich profillosen Informatiker, der an seine Vorstellungen glaubt, auch wenn es einige Fehlversuche gibt. Anne Kanis als Blinde konnte ihre Rolle nicht ausspielen. Schade, das wäre interessant gewesen. Der Tatort-erfahrene Jürgen Bretzinger hatte wohl wenig Probleme, diese Folge zu inszenieren.
Anhang
Hintergrund: Tatort-Fundus, RBB
Meinungen: Tatort-Forum, bei Annabell und Fielitz. Sopran hat mitgebloggt.
(Bilder: rbb/Hardy Spitz)

Ich habe wunderbar das Wochenende abgepasst, an dem Gleisbaurabeiten an S1 UND S7 durchgeführt wurden, somit habe ich gute 2,5-3 Stunden hin und dasselbe zurück gebraucht. Ich war etwas angesäuert.
Das mit den Übriggebliebenen “letzten Zeugen” fand ich auch gelungen, hatte schon an eine Hommage gedacht: http://www.diestaendigereise.de/?p=1214
Gruß,
Annabell