KDD – Kriminaldauerdienst (ZDF)
Der Freitag Abend im ZDF ist und war das Revier von Derrick, dem Alten, Siska, Matula & Anwalt – also stinknormale, meistens einschläfernde Krimis, deren Ende von Beginn an vorhersehbar ist. Daher ist es umso erstaunlicher, daß der Seniorensender auf dem Weg zum Jugendorgan eine Serie etablieren wil, die sich fernab jeglicher Einordnungen bewegt und zurecht auch mit dem Grimme-Preis bedacht wurde.
KDD – Kriminaldauerdienst zeigt eine Einsatzgruppe, die nicht nur einen Fall pro Folge löst, sondern mehrere über eine Staffel hinweg. Das Private wird thematisiert, und das nicht zu knapp. Während es in vielen Krimireihen eher nervt, wird es in dieser Serie sehr selbstverständlich und damit auch sehr plausibel thematisiert. So wird der Weg eines trockenen Alkoholikers (Manfred Zapatka als Jan Haroska) im Polizeidienst zum Rückfälligen über mehrere Folgen sehr eindrucksvoll dargestellt. Parallel dazu bekommt man die mühselige Suche nach einem hohem Tier in der Drogenszene (Jürgen Vogel zu sehen.
Unter der Federführung von Orkun Ertener entstand eine Serie, die zwar nicht atemberraubend, aber wirklich spannend und sehenswert ist. Die Serie ist (mit Götz Schubert, Jördis Triebel, Saskia Vester, Billey Demirtas, Melika Foroutan, Devid Striesow, u.a.) hervorragend besetzt.
Die neue Staffel beginnt zwar erst am 2. Mai um 21.15 Uhr, aber die erste Staffel wird seit gestern im ZDF-Dokukanal, jeweils um 21.15 Uhr, wiederholt (bis dahin ist sie auch in der ZDF-Mediathek abrufbar).
P.S.:
Im Fernsehlexikon äußert sich Orkun Ertener zu KDD. Er spart dabei nicht mit Kritik an sich und dem Sender.

Ich freu mich ja so. Immer nur Ein Fall für Zwei zu gucken ist schließlich auch keine Lösung …