Rot gegen Blau

Warum gibt es eigentlich die Winterpause? Das Freundschaftsspiel der Bayern gegen München 1860 konnte diese Frage nicht eindeutig beantworten. Am Wetter kann es nicht liegen. Bei knapp 10°C und strahlendem Sonnenschein fanden sich zu bester Anstoßzeit (15:30 Uhr) vor 66000 Zuschauern die beiden führenden Münchner Vereine zum Derby in der AllianzArena ein.

1 Kahn – 2 Sagnol (46. 30 Lell), 3 Lucio, 6 Demichelis (83. 35 Breno), 21 Lahm – 20 Sosa (46. 8 Altintop), 17 Van Bommel (46. 31 Schweinsteiger), 15 Zé Roberto (46. 16 Ottl), 7 Ribéry (46. 39 Kroos) – 18 Klose (46. 9 Toni), 19 Schlaudraff (83. 5 Van Buyten)

1 Hofmann (46. 12 Tschauner) – 33 Johnson (77. Szukala), 22 Lars Bender (62. Baumgartlinger), 5 Berhalter (77. 23 Benjamin Schwarz), 4 Hoffmann (77. Burkhard) – 17 Sven Bender (62. 28 Eberlein), 8 Danny Schwarz (77. 25 Ledgerwood) – 11 Wolff (46. 13 Pagenburg), 18 Gebhart (62. Duhnke), 7 Bierofka (46. 14 Holebas) – 24 Kucukovic (62. 27 Ziegenbein)

Hitzfeld, der im Vorfeld die Stammelf ankündigte, bot zu Beginn neben Sagnol Sosa und Schlaudraff auf. Nun ja, Luca Toni auf der Bank und Lukas Podolski nicht im Kader (Was hat der eigentlich schob wieder: Colonitis, Karnevalitis oder eine Schambeinentzündung? Einen “leichten Bandscheibenvorfall”. Aha.) . Der Schattenmann Klinsman sollte anscheinend keine Erkenntnisse bekommen. Der Zuschauer wohl auch nicht.
Es entwickelte sich ein Spiel, das einige Fragen zu Einkäufen aufwarf. Was hat man sich bei Sosa gedacht? Er wurde in der Vorrunde geschont; er hat so gespielt, daß er in der Rückrunde auch geschont werden soll. Der Rückkehrer Sagnol zeigte seinen Willen, nach einigen Irrungen und Wirrungen wieder in die Startelf zrückzufinden. Die Chancen sind gut, da Jansen noch nicht fit ist, und der in der Hinrunde nicht gerade als Frauenversteher bekannt gewordene Lell in der 2. Halbzeit keine Akzente setzen konnte. Ze Roberto wirkte vollkommen indisponiert (und vergab auch wieder eine glasklare Torchance), während es für den anderen 6er van Bommel anscheinend kein Freundschaftsspiel zu geben scheint. Neben Demichelis war er der einzige, der sich in die Zweikämpfe warf.
Einer Personalie sollte man noch Beachtung schenken. Er kam zwar erst in der 83. Minute, aber wurde auf einer Position eingesetzt, die nicht nur Jogi Löw das Entsetzen ins Gesicht getrieben haben dürfte: Daniel van Buyten wurde als Stürmer für Schlaudraff eingewechselt. Der als abgeschafft geglaubte Brecher feiert fröhliche Urstände. Das Stellungsspiel sah zumindest nicht schlecht aus, und wer das Spiel in Mailand vor über einem Jahr in Erinnerung hat, weiß, daß van Buyten Tore schießen (köpfen) kann. Es bleibt noch zu bemerken, daß Toni Kroos in der zweiten Halbzeit Schwung ins Spiel brachte, ohne die Mtspieler wirklich wirkungsvoll in Szene setzen können, wenn man von seiner Vorlage zum 1:0 absieht.

Fassen wir zusammen:
Es war ein ganz schlimmes Spiel. Das wurde in der zweiten Halbzeit umso deutlicher, weil die Löwen nach vielen Auswechslungen mit einer aufgemotzten Regionalliga-Mannschaft angetreten sind und sich nicht einmal sonderlich wehren mussten. Hätte der Sturmlauf nach dem 1:1 nicht nur 30 Sekunden gedauert, hätten die Blauen böse unter die Räder kommen können. Aber darum ging es anscheinend nicht.

Vielleicht fällt die Einordnung dieses Spiels leichter, wenn man erwähnt, daß dieses Spiel von einem Josef Maier geleitet wurde. Als einer der Assistenten fungierte ein Karl Valentin. Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

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