Die kostenlose, gute Tat

Ursula von der Leyen war die erste namhafte Person aus der Bundespolitik, die den streikenden Erzieherinnen et al. Rückendeckung gab. Bevor sie mit Politikern der anderen Parteien auf der Kölner Kundgebung auftrat, sagte sie unter anderem im Deutschlandradio:

Denn wenn man mal sich die Einkommensentwicklungen der Erzieherinnen anschaut, dann sieht man, dass zwei Dinge passiert sind: Erstens ist ihre Vergütungsordnung seit 18 Jahren unverändert, das heißt, die Eingruppierung in eine bestimmte Lohngruppe – aber in den vergangenen 18 Jahren haben sich natürlich die Aufgaben in Kitas drastisch verändert -, und dann ist noch was Zweites geschehen, nämlich, dass 2005 es Tarifumstellungen allgemein für alle gab. Und da haben die Tarifparteien hingenommen, dass sich für die Erzieherinnen konkrete Verschlechterungen ergeben haben, weil sie den automatischen Aufstieg nicht mehr hatten, das heißt, die berufliche Perspektive ist auch noch schlechter geworden.

Auch wenn sie nichts Neues erzählt und damit den Streik erklärt, hat sie natürlich leicht reden. Für das höhere Gehalt muss nicht nicht der Bund aufkommen. Das zu bürden, ist die Aufgabe der Kommunen…
So verwundert es nicht, daß sie den Nachfragen geschickt aus dem Weg ging. Es ist leicht, Forderungen zu unterstützen, wenn man deren Ergebnisse nicht tragen muss. Den Zorn des Städtetags haben sich von der Leyen, Müntefering, Künst und Gysi schon zugezogen.

Die Auftritte erinnern ein wenig an die Biergartenrevolution.

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