Sonntag abend, viertel nach acht

Daniel fragt (neudeutsch: Blogparade) nach den Tatort-Gewohnheiten. Als fleißiger Tatortgucker und -kritiker werde ich die Fragen auch beantworten:

Wie oft schaust du Tatort?
Wenn’s der Dienstplan erlaubt, schaue ich regelmäßig. Die Hälfte der sonntäglichen Erstausstrahlungen bekomme ich mit – und sie sind hier nachzulesen.
Dazu kommen noch die Wiederholungen mir unbekannter Folgen, die im SWR und BR zu sehen sind.

Welche Ermittler gefallen dir am besten?
Ganz klar: die Münchner Ermittler Ivo Batic und Franz Leitmayr.
Sie kriegen in der Regel noch anständige Drehbücher, die nicht mit privatem Kram überfrachtet werden. Man wagt auch Experimente, wie zuletzt Der oide Depp, die dann auch noch gelingen. Mittlerweile ist der Münchner Tatort der einzige (wenn man von den österreichischen einmal absieht), der noch so etwas wie Lokalkolorit bietet. Das ist sicher auch ein Grund, warum ich dem Bienzle ein Tränle nachweine…
Das Berliner Gespann sehe ich auch sehr gerne, und die Frankfurter Ermittler Dellwo und Sänger kriegen noch recht anständige Gesichten.

Welche(n) Ermittler kannst du gar nicht leiden?
Charlotte Lindholm. Das liegt vor allem an ihrer Darstellerin Maria Furtwängler, die schauspielerisch so prickelnd ist wie abgestandenes Mineralwasser. Daß Robert Atzorn den Tatort verlassen hat, habe ich mit sehr viel Erleichterung zur Kenntnis genommen. Aber wenn die neuen Leipziger so weitermachen, wie sie begonnen haben, platzieren sie sich noch vor der Ermittlerin aus Hannover. Klara Blum aus Konschdanz ertrage ich nur mit ihrem Assistenten Perlmann.
Grundsätzlich finde ich die persönlichen Verwicklungen und Dramen der Damen und Herren Ermittler sehr anstrengend. Das hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Ein trockener Plot mit (harten) Ermittlungen scheinen viele Autoren nicht mehr hinzubekommen.

Hörst du auch den Radio-Tatort?
Nein, ich ziehe Dickie Dick Dickens vor…
Ich höre zwar viel Radio, aber abends nur selten.

Gibt es andere Fernseh-Krimis, die du empfehlen kannst?
Aus dem deutschsprachigen Raum: KDD – Kriminaldauerdienst, Der letzte Zeuge (wird nach Ulrich Mühes Tod nicht fortgesetzt), Bella Block und Trautmann, der nur dank deutscher Borniertheit keine Tatortweihen erfahren durfte
Ansonsten sind die ausländischen Krimis, die das ZDF am Sonntag nach dem Tatort zeigt, wirklich hervorragend.

Vielleicht wollen die Sopranisse, Annabell und Fielitz auch mitmachen?

[via Nicht spurlos]

3 Responses to “Sonntag abend, viertel nach acht”


  • Ich finde den Leipzig-Tatort eigentlich sehr erfrischend…

  • Ansonsten sind die ausländischen Krimis, die das ZDF am Sonntag nach dem Tatort zeigt, wirklich hervorragend.

    Stimmt zwar nicht immer, aber zeitweise durchaus eine gute Anschlusssendung die sehenswert ist. Die von Dir angesprochene “Überfrachtung mit privatem Kram” ist leider in immer mehr Tatortausgaben zu spüren. Nicht nur für den jeweiligen Fall unpassend sondern auch zusätzliche Verfremdung der Realitäten wie ich meine.

  • Ist zwar schon vorbei, die Parade, aber trotzdem Danke fürs Stöckchen. Nachträglich also hier meine Antworten.

    Wie oft schaust du Tatort?

    - Ich gucke fast jeden Sonntag. Das ist so etwas wie ein Ritual geworden.

    Welche Ermittler gefallen dir am besten?

    - Als Lokalpatriot natürlich Ritter/Stark.

    Welche(n) Ermittler kannst du gar nicht leiden?

    - Kommissar Ehrlicher. Aber der ist ja nicht mehr dabei und wird jetzt wahrscheinlich demnächst Bundespräsident.

    Hörst du auch den Radio-Tatort?

    - Kenne ich leider nicht.

    Gibt es andere Fernseh-Krimis, die du empfehlen kannst?

    - “Luther” ist ganz große Klasse. Läuft aber leider viel zu selten.

Leave a Reply