Der gestrige Einkauf führte mich am Nachmittag in zwei Supermärkte.
Im Tengelmann fand ich himmlichen Frieden vor. Ich kontte in aller Ruhe meine Kreise ziehen und mich danach zur Kasse begeben. Vor mir standen zwei Laute, als eine zweite Kasse öffnete. Als Letzter der Schlange bei Kasse 1 konnte ich, da niemand hinter mir war, in aller Ruhe zur zweiten Kasse umziehen. Vollkommen entspannt legte ich meine Lebensmittel aufs Band, zahlte und ging.
Zehn Minuten später im Penny, zwei Straßen weiter, war der Teufel los. Mit der Entspannung war es schnell dahin, obwohl ich dort wesentlich weniger benötigte als zehn Minuten zuvor im Tengelmann. Die Schlange reichte, obwohl alle drei Kassen geöffnet waren, bis zur Kühltruhe. Darüber hinaus scheint dieser schmale Gang nicht schmal genug zu sein, denn es fanden sich immer noch genügend Menschen, die sich nicht entblödeten, an der Schlange vorbei, die letzte Kasse aufzusuchen. Beschimpfungen innerhalb des Marktes machten ihre Runde, die auch von der wirklich coolen Dame an der mittleren Kasse nicht beseitigt werden konnten.
Ist das die gelebte Wirtschaftskrise?

>Ist das die gelebte Wirtschaftskrise?
Auch wenn die Frage rhetorisch gemeint sein dürfte: In der Tat sind die Einzelhändler mit dem Weihnachtsgeschäft bis jetzt zufrieden. Sicher eine ungewöhnliche Aussage, stehen wir doch angeblich zu Beginn der größten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Deutsche Bank rechnet in Deutschland für das nächste Jahr mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um bis zu 4 %.
Aber noch mal zu Deinem Einkauf: Wenn fast alle im billigen Penny einkaufen und nur ganz wenige im relativ teuren Tengelmann, dann ist das auch eine Art Krise. Der Penny ist doch nur so voll, weil dort vor allem Hartz IV-Empfänger einkaufen, die sich nicht mehr leisten können.
Deine Beobachtung kann ich so nicht teilen: Bei meinem Haus-Penny (Milch- / Ecke Preysingstraße) ist das Publikum sehr gemischt.
Ich gehe ja auch ab und zu in den Penny. Ich habe allerdings mit der Qualität von Produkten (und damit meine ich nicht die Elektro-Ramschartikel, sondern ganz normale Supermarktartikel) schlechte Erfahrungen gemacht. Daher mag ich den Penny nicht sonderlich.
Das Publikum ist schon gemischt, aber der überwiegende Teil sind Leute, die zumindest nach meinem Gefühl jeden Penny ähhh Pfennig (eigentlich Cent) zweimal umdrehen müssen. Allerdings wohne ich in einer Gegend mit hohem Hartz IV-Empfänger-Anteil.
Als der Penny noch ein teurer Tengelmann war, war in dem Supermarkt nichts los. Da war ich oft alleine drin. Nach der Umwandlung lief das Geschäft dagegen pennystockmäßig gut.
Ich habe z.B. mal beim Penny ein Pflaster gekauft und habe eine Verletzung am Handrücken versorgt. Die Konsequenz war, dass ich einen schlimmen Ausschlag bekam, der weit über einen Monat (!) zu sehen war. Toll, wenn es an einer Stelle ist, die man die ganze Zeit sieht. O.k., das mag ein dummer Zufall gewesen sein, dass ich nur die Pflaster aus anderen Supermärkten gut vertragen habe, aber nicht das aus dem Penny.
Aber, es gibt halt da so einiges. Ich habe auch den Eindruck, dass die Waren nicht so sonderlich frisch sind und auch wenn ein Markenhersteller draufsteht, es B-Ware ist. Ich kaufte teilweise dieselben Produkte im Penny wie in einem teueren Supermarkt. Und es gab nach meinem Empfinden ganz eindeutige Qualiätsdifferenzen. Das mag auch Zufall gewesen sein, vielleicht auch streckenweise nur Einbildung, aber es hat sich halt öfters wiederholt. Vielleicht ist auch mein Penny nicht so gut geführt, was aber nicht alles erklärt.
Daher: Penny-Fan bin ich nicht wirklich. Der Aldi etwa taugt mir mehr. Da bin ich qualitativ noch nicht reingefallen und war immer sehr zufrieden. Nur ist der nächste Aldi recht weit weg…