Monthly Archive for Juni, 2010

Verwirrende Rollenspiele

111. Tatort: Der Zeuge (WDR; EA: 07.04.1980)

Ermittler: Kommissar Paul Enders (Jörg Hube), Willy Kreutzer (Willy Semmelrogge), Scheffner (Bernd Schäfer);
Figuren: Inge Weiss (Claudia Demarmels), Otto Baumann (Uwe Dallmeier), Clever (Peter Bongartz), Gerd Grund (Hannes Schäfer), Hanni [Enders Geliebte] (Suzanne Geyer), Heller (Wolfgang Kaus), Hostess (Christa Maria Netsch), Klaus Brender (Heinz Hoenig), Kommissar Fischer (Walter Renneisen), Schneider (Wolfgang Zerlett), Sekretärin (Hildburg Schmidt), Taxifahrer (Pit Krüger), Uwe Draeger (Heinz Werner Kraehkamp), Wirtin (Erika Wackernagel)
Drehbuch & Regie: Peter Adam

Der heute vor einem Jahr verstorbene Jörg Hube war auch einmal Tatort-Ermittler. In Essen war er als Kommissar Enders die Urlaubsvertretung von Oberkommissar Haferkamp. Hintergrund war, daß dessen Darsteller Hansjörg Felmy das Drehbuch zu “Der Zeuge” ablehnte. Für den im Fernsehen noch weitgehend unbekannten Hube war es die erste Hauptrolle in einem überregionalen Format.

In Frankfurt wird eine Bank überfallen. Das Schema gleicht zwei Überfällen in Essen, mit registrierten Scheinen aus einem der Raubzüge wird ein Auto gemietet. Enders reist nach Frankfurt, um die dortigen Kommissare bei der Lösuung des Falls behilflich zu sein. Es gibt einen Zeugen, der die Täter bei der Flucht beobachtet hat. Enders bietet an, die Rolle des Zeugen Otto Baumann zu übernehmen und arbeitet undercover in der Autovermietung.
Es entwicklet sich eine schlechte Klamotte, bei der niemand weiß, wen er nun vor sich hat. Die angebliche Journalistin, die Fahrerin des gemieteten Fluchtautos, erliegt dem Charme des angeblichen Autowäschers und glaubt, daß ihr Bruder im Gefängnis sitzt. Der wirkliche Zeuge fühlt sich im Hotel nicht wohl und kehrt in seine Wohnung zurück, die gerade Klaus Brender (Gertenschlank und lockig: Heinz Hoenig), einer der Täter durchsucht. Der nachgereiste Assistent Kreutzer weiß nicht, was er tun soll. Sich als Taxifahrer ausgebend kommt er seinem Vorgesetzten zur Hife. In der Wohnung der Gangster kommt es zum Finale einer seltsamen Geschichte, die weder Krimi, noch Komödie, sondern einfach nur ein misslungenes Experiment mit verirrenden Rollenspielen ist. Dieser Tatort hätte ohne Mühe Lokalkolorit und Originalität bekommen können, wenn die hessischen Darsteller gebabbelt hätten.
(3,5/10)

Anhang
Hintergrund: Tatort-Fundus