Olympique Lyon – FCB 0:3 (0:1)
Heute ist ein guter Tag, um einen Liveblog zu schreiben. Pack ma’s!
So leitete Probek seinen Live Blog ein.
1. Halbzeit
Im Gegensatz zu den letzten Rückspielen in der Champions League gingen die Bayern sehr konzentriert zu Werke. Schon nach wenigen Minuten schoss der gute Müller knapp rechts vorbei.
Es gab nur wenige Minuten, in denen Lyon ebenbürtig war. Relativ schnell drückte der FCB dem Spiel seinen Stempel auf. Olic als Wühler und Dribbler war quasi überall zu finden und im entscheidenden Moment an der richtigen Stelle, als er einen Müller-Pass in bester Abstauber-Manier zur Führung verwandelte.
Kurzzeitiges leichtsinniges Spiel eröffnete den Franzosen eine große Chance. Aber die Bayern sammelten sich schnell wieder.
Bis jetzt die beste Halbzeit, die ich vom FCB diese Saison gesehen habe.
2. Halbzeit
Verhaltener Beginn beiderseits.
Der FCB ließ wenig zu und wurde nur keurz ein wenig fahrig, als Lyon den Kapitän Cris nach berechtigter gelber Karte, die er mit Applaus quittierte, vom Platz flog. Es wurde kurz hitzig, bevor die Bayern wieder ihr Spiel aufzogen. Der Rest ist Geschichte, äh, Olic. Zweimal lochtze er noch ein.
Ich habe eigentlich noch eine halbe Stunde es derart bedeutenden Spiels so entspannt erlebt wie heute abend.
Wir stehen im Finale! Wir, die “Bestia Negra” dürfen im Estadio Bernabeu wildern, und Real darf nur zuschauen. Daß Ribéry das gleiche Schicksal wie seinem potentiellem Arbeitgeber blüht, ist spätestens seit dem heutigen Abend nebensächlich.
Wer hätte im September gedacht, daß wir bis ins Finale der Champions League vorstoßen?
Selbst die kühnsten Optimisten waren skeptisch.
Gewürdigt sei hier eine Mannschaft, die sich unter Louis van Gaal mit Konzept und Abgeklärtheit dieses Finale verdient hat.
Gracias!
Borussia Mönchengladbach – FCB 1:1
Während Felix Magath vergeblich von der Meisterschaft redet, in München der Punktverlust beim einstigen Erzrivalen kein Thema ist, und man in Hamburg sich freut, ist vor dem Halbfinal-Rückspiel eine Meldung fast vollkommen untergegangen.
Der FC Bayern und Mehmet Scholl gehen von Saisonende an getrennte Wege. Der Trainer der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters habe um die Auflösung seines Zweijahresvertrags gebeten, berichtete Sportdirektor Christian Nerlinger dem „Münchner Merkur“. „Es war sein Wunsch“, sagte Nerlinger. (…) (FCB.de)

Der Trainer unserer Zweiten, der eigentlich für den nächsten Trainerlehrgang in Köln vorgesehen war, verlässt den Verein zwei Jahre, nachdem er als Spieler aufgehört, nun wirklich. Er geht, wie dem Bild unschwer zu entnehmen ist, endgültig zum Fernsehen. Er wird als Nachfolger von Günther Netzer Delling und Beckmann mit fußballerischem Input bereichern. Als seinen Gegenüber würde ich mir zwar eher Uli Hoeneß wünschen, weil die zwei sich wohl ernsthaft beharken können und sich dabei wirklich schätzen. Aber ohne ohne jahrelang gepuderte Fernsehnase funktioniert wohl so eine Veranstaltung nicht.
Schade. Er wird nun doch nicht der Pep Guardiola des FCB. Ich habe es mir so schön ausgemalt. Erst bildet er seinen Sohn und die zweite Mannschaft aus, um dann, wenn Louis van Gaal nach einigen Titeln seinen Töchtern das Du anbietet, den Niederländer zu beerben.
Trainer scheint wohl nicht seins zu sein. Ich hoffe, es liegt nicht an seinem Musikgeschmack.

Daß es nicht mehr so einfach ist, einem Kind ein Radl Wurst zu geben, hat Frau B. kürzlich dargestellt. Justitiable Folgen wurden aber allenfalls angedeutet.
Denn als Kind waren mir Zugaben, die laut des Berichts im Rahmen von 5 Euro (oder damals 10 Mark) bewegten, nicht bekannt. Daß man da als Metzgermeister auf die Idee kommen kann, seine Fachverkäuferin wegen Unterschlagung freizustellen, leuchtet mir ein. Für dieses Geld kann man sich bei Feinkost Albrecht mit scheinbar edler italienischer Wurst für den Abend eindecken.
Daß man sich als Nutznießer oder dessen Erziehungsberechtigter eines solchen Dankeschöns der Hehlerei verdächtig machen kann, zeugt indes von einem seltsamen Rechtsverständnis. Ist der ermittelnde Staatsanwalt Vegetarier, oder ist der vermeintliche Parmaschinken ein billiges tschechisches Imitat?
Wie auch immer: das ist der Zipfel der Unverschämtheit.
(Bildausschnitt: Alexander Wagner/Wikipedia Commons)

Vergangenen Dienstag hat die Feinbäckerei Neulinger im ehemaligen Café Reichshof Wörth- / Ecke Metzstraße ihre Pforten geöffnet. Aus dem einstmals dunklen, großen Loch ist ein lichtdurchflutetes, stuckreiches Paradies geworden.
Problematisch sind nur Brezen am Samstag um 9 Uhr, wie ich gestern erfahren musste. Denn die die steckten wohl am Mittleren Ring fest. Dafür gibt es – im Gegensatz zum kleinen Laden in der Volkartstraße – eine anständige Kaffeemaschine.
Vor anderthalb Jahren wurde hier der Tod des Lebensmenschen von Stefan Petzner lebhaft diskutiert.
Die Bayerische Landesbank wurde im wenig freundlichen Nachruf nicht erwähnt, aber die Hypo Group Alpe Adria wurde heimlich, still und leise eingeschoben. Denn Topolino schrieb damals:
(…) mal schauen, wann die Alpen Adria-Bank pleite geht und verstaatlicht wird
(Quelle)
Manchmal wird’s hier auch prophetisch…
761. Tatort: Tango für Borowski (NDR; EA: 04.04.2010)
Ermittler: Hauptkommissar Klaus Borowski (Axel Milberg), Polizeipsychologin Frieda Jung (Maren Eggert), Kriminalrat Roland Schladitz (Thomas Kügel)
Figuren: Ralph Böttcher (Florian Bartholomäi), Mikko [finnischer Polizist] (Janne Hyytiäinen), Tuulia [finnische Polizistin] (Sanne-June Hyde), Rane [Chef der dort ansässigen Dienststelle] (Pekka Valkeejärvi), N.N. (Matthias Brenner), N.N. (Jarmo Mäkinen), N.N. (Jorma Tommila), N.N. (Antti Reini)
Drehbuch: Clemens Murath; Regie: Hannu Salonen |

Borowski fragt seinen Vorgesetzten, was man unter einer finnischen Therapie zu verstehen habe. “Sauna? Skispringen?” Er darf den Selbstversuch machen, als er den in Helsinki inhaftierten Ralph Böttcher aufsuchen soll. Im Rahmen eines Resozialisierungsprozesses, der von der Psychologin Jung unterstützt wurde, wurde der in Kiel festegenommene Junkie zu einer intensivpädagogischen Maßnahme nach Finnland geschickt. Dort sitzt er nun ein, weil er seine Freundin Anni ermordet haben soll. Doch Böttcher sitzt nicht in Helsinki ein, sondern in Ilomantsi. Dort gibt es vor allem: Wälder und Seen.
So wird aus dieser Dienstreise ein Trip der besonderen Art für den Kieler Kommissar. Und so wird aus einer wenig spektakulären Geschichte ein besonderer Tatort. Hannu Salonen, gebürtiger Finne, inszeniert einen Film, der vor allem von der Atmosphäre und den Begegnungen lebt. Der überforderte Kommissar, kämpft im finnischen Mittsommer mit der nächtlichen Helle und seiner Schlaflosigkeit. Mit seinen Kollegen, die mit dem Kieler Kauz nur wenig anfangen können, muss er sich zusammenraufen. Er muss tatenlos ansehen, wie der Häftling in den Weiten des Waldes entkommt, während Kollege Mikko im Saab seine Musikcassettensammlung sortiert. Daß ihm Frieda Jung nachreist, ist nur eine kleine Unterstützung. Sie liefert zwar entlastendes Material für den vermeintlichen Mörder, kann aber nicht verhindern, daß er sich im Gestrüpp verläuft. Am Ende verschwindet sie. Übermüdet tanzt er Tango, isst Pilze und landet so auf einem ganz komischen Trip, der nach einigen Tagen und 17 Stunden Schlaf am Stück ein Ende findet. Den Mord am Hauptverdächtigen kann er nicht verhindern, aber er kann mit Hilfe seiner finnischen Kollegen den Fall klären.
In der Sauna kann er die Strapazen dieser Reise rausschwitzen.
Mit gemächlichem Tempo wird der Zuschauer durch diesen ungewöhnlichen Tatort geführt. Er bekommt Gelegenheit, ein wenig von dieser für unsere Verhältnisse fremden Kultur einzufangen. Die Kamera nimmt sich Zeit, die unendlich wirkenden Wälder mit den vielen Seen einzufangen und diese Folge somit zu einer Reise in eine andere Welt zu machen. Es wird nicht viel gesprochen, aber freundlicherweise entgegen gängiger Klischees nicht ständig gesoffen. Daß Borowski nach seinem Trip den Schnaps nicht verträgt, ist nur eine kleine Anspielung.
Es ist kein außergewöhnlicher aber ein ungewöhnlicher Tatort, der auf entzückende Weise mit dem Genre spielt. Wer’s klassisch mag, kann mit “Tango für Borowski” nichts anfangen. Wer das Expermiment mag, kommt auf seine Kosten. (8/10)
Anhang
Hintergrund: Tatort-Fundus
Meinungen: Tittelbach.tv, Tatort-Forum
(Bilder: NDR/Pasi Räsämäki)
Vor Kurzem habe ich mich gefragt, was ich bin. Ich habe es nicht bei der Beantwortung der Fragen belassen, sondern war so gemein, das andere auch zu fragen.
Es freut mich, daß inzwischen 75% der Befragten – das klingt unheimlich repräsentativ, gell? – auf meinen Stockwurf reagiert haben. (Im Taxi scheint man dem Stock wegen der komplizierten Einbahnstraßenregelungen noch nachzujagen.)
Geantwortet haben ein Künstler, ein EDV-Berater und ein Projekt-/Teamleiter. Alle haben sie es mit PC’s zu tun.
Als jemand, der höchstens fünf Prozent seiner Arbeitszeit am Computer verbringt, finde ich solche Antworten sehr interessant.
Ich bedanke mich das Auffangen des Stöckchens und verziehe mich jetzt in meine Hütte…

Das wollte ich noch zum heutigen Tag des Bieres anmerken…

Da dieses Blog auch eine Serviceseite ist, und immer wieder nach den schönen Münchner Hofflohmärkten gefragt wird, habe ich links mal eben die Termine für dieses Jahr angegeben.
Ergänzungen sind in den Kommentaren herzlich willkommen.
Fremdneurosen