Monthly Archive for Dezember, 2009

2009. So war’s.

Vorherrschendes Gefühl für 2010?
Mehr Sollarbeitsstunden…

2009 zum ersten Mal getan?
Vieles: Hochseilgarten, Twittern, gesagt “Wir haben Deine Kündigung auf dem Schreibtisch liegen”, für den Tatort-Fundus eine Rezension geschrieben (darauf bin ich wirklich stolz), Interview mit der taz und der SZ, nicht SPD gewählt, einen Vortrag auf englisch angehört (ich habe sogar etwas verstanden), …

2009 leider gar nicht getan?
Wieder keine Bergtour, einen Titel des FCB gefeiert, den Bodensee gesehen

Wort des Jahres?
Ganztageskloumarmungsübelkeit

Zugenommen oder abgenommen?
Die Klamotten passen ohne Änderungen immer noch…

Coolste Anschaffung 2009?
Ganz klar: das iPhone, gefolgt von der Nudelmaschine

Stadt des Jahres?
Auf jeden Fall nicht Düsseldorf.

Haare länger oder kürzer?
Länger, aber nicht mehr lange…

Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Kurzsichtiger ist kaum möglich; bei der Weitsichtigkeit erkenne ich Fortschritte…

Mehr ausgegeben oder weniger?
Fürs Essen: mehr; ansonsten keine Ahnung

Höchste Handyrechnung?
60 Euro.

Krankenhausbesuche?
Nein, zum Glück heuer nicht.

Verliebt?
Das frage ich mich seit Monaten…

Getränk des Jahres?
Hochmoorgeist (Nur knapp nicht Wort des Jahres geworden.)

Essen des Jahres?
Wohl die Gans…

Most called persons?
F. – allerdings via E-Mail

Die schönste Zeit verbracht mit?
B.

Song des Jahres?
“Haus am See” von Peter Fox

CD des Jahres?
Ich kaufe doch nur altes Zeug…

Buch des Jahres?
“Milchgeld”

Film des Jahres?
Ich glaube, ich war gar nicht im Kino…

Konzert des Jahres?
Funny van Dannen

TV-Serie des Jahres?
Tatort; auch wenn das keine Serie sondern eine Reihe ist. Von “Flemming” habe ich zu wenig gesehen.

Drei Dinge auf die ich gut hätte verzichten können!
Es waren mehr als drei Gespräche..

Nachbar des Jahres?
Ich habe meine Nachbarin aus meinem Stockwerk ungefähr dreimal gesehen.

Beste Idee / Entscheidung des Jahres?
Die SPD nicht zu wählen.

Schlimmstes Ereignis?
Der Tod eines früher von mir Betreuten

Schönstes Ereignis?
Gewissen Herrschaften beim Wachsen zuzusehen

2009 mit einem Wort?
Durchschnitt

Jahresrückblick 2008

Kommt gut rüber!

Taxi nach Frankfurt – oder: Architektur eines Tatort-Jahres

Taxi nach Frankfurt

Seit knapp drei Jahren lasse ich meinen Eindrücken über den Tatort freien Lauf; das sonntägliche Glotzen ist die Konstante des Blogs, wenn man es so betrachten will. Angefangen hat es an einem Ostermontag mit “Engel der Nacht”, einer Folge, an der ich kein gutes Haar gelassen habe.
Einige andere gucken ebenfalls regelmäßig und lassen ihren Eindrücken freien Lauf: Annabell (herzlichen Dank noch einmal für die Gastkritik, die ich schreiben durfte), Fielitz, MayavonderSpree und ChloevomSee sowie Sopran begleiten mich.
Mit einem Ritter-Schlag habe ich nicht gerechnet. Dennoch folgte auf das Augenreiben der Stolz, als ich nach der Kritik zu einem der besten Münchner Tatorte das Angebot bekam, für das Flagschiff im Netz, den Tatort-Fundus, Rezensionen zu schreiben. Danach war ich für einige Tage außer Gefecht gesetzt. Das Angebot erfüllt mich immer noch mit Stolz.
Nach der Benommenheit stieg ich ins Taxi nach Frankfurt, denn mein Erstling war die Rezension einer Folge des von mir sehr geschätzten Ermittler-Duos Dellwo und Sänger war. Man könnte es auch als Anfängerglück bezeichnen…
Nicht vergessen möchte ich den einen oder anderen Tatort-Abend in der Niederlassung.

So, nach der langatmigen Einleitung komme ich nun zu dem Rückblick auf das abgelaufene Tatort-Jahr.

Tatort-Rückblick 2009
Ich habe nicht alle Folgen gesehen, aber die wirklich guten habe ich wohl mitbekommen, wenn ich die Kritiken in den Blogs und im Tatort-Forum näher betrachte.

Höhepunkte
“Architektur eines Todes”
Frauenaffin, stlistisch sehr schön. Es ist nicht der beste Frankfurter Tatort, aber es gelingt den Machern, eine stimmungsvolle und ebenso stimmige Atmosphäre zu schaffen. – ich werde Sänger und Dellwo, wenn sie nächstes Jahr im November abtreten, vermissen.

“Borowski und die heile Welt”
Steife Brise aus Kiel. Kindsmord kann man mit sehr viel Patina inszenieren, aber das geht zumeist schief. Den Autoren und dem Regisseur ist es gelungen, schwer verdauliche Kost zuzubreiten, aber keinen Klumpen, den man nur mit vielen Schnäpsen zu Leibe rücken kann.

“Vermisst”
Zu Odenthals Jubiläum bekamen die Zuschauer Feinkost serviert. Neben weißen Piemont-Trüffeln und selbst gemachten Gnocchi mit selbst gemachten Pesto Genovese durften sie eine spannende Geschichte sehen, die trotz der Vierschachtelung präzise und nachvollziehbar war. Hätte mir vor zwei Jahren jemand gesagt, daß die Figur Ĺena Odentahl noch Entwicklungspotentail hat, hätte ich es nicht geglaubt.

“Häuserkampf”
Das Konzept des NDR, einen verdeckten Ermittler ins Rennen zu schicken, scheint aufzugehen. Schnörkellose Geschichte für die es nur wegen das wenig inspirierte SEK = böse Abzüge gibt.

“Altlasten”
Nachdenkliches zum Jahresabschluss feinfühlig ungesetzt und hervorragend dargestellt (v.a. Bibiana Zeller!). Und die Stuttgarer bringen den Nachweis, daß man Lokalkolorit auch durch ortstypische Bilder wie die Standseilbahn oder Kulinarisches (selbstgeschabte Spätzle) darstellen kann.

Tiefpunkte
“Wir sind die Guten”
Für Münchner Verhältnisse einfach nur schlecht; dieser Tatort hatte Münsteraner Niveau… Eine mit Originalität geizende Amnesie-Story gepaart mit den üblichen Verdächtigen lässt die Lokalmatadoren tief sinken. Hoffentlich wird das Wirre nicht zum Konzept des BR. Eine Story ohne persönliche Verwicklung eines Kommissars wäre ein guter Ansatzpunkt…

“Rabenherz”
Die einzig wirklich gute (und unbeabsichtigte) Pointe dieses Tatorts waren die Magenschmerzen von Ballauf. Der Fall war wirklich schwer verdauliche Kost, die auch die blasse Anna-Maria Mühe nicht schmackhafter machte. Man musste keine persönliche Verwicklung eines Kommissars verdauen, aber Orangensaft kann auch ganz üble Folgen haben…

“Mauerblümchen”
Nicht nur wegen Helmut Zierl nur schwer erträglich. Sich über die schauspielerischen Fähigkeiten einer Simone Thomalla negativ auszulassen, ist wohl frauenfeindlch. Aber die Geschichte war schlecht genug, darauf nicht näher einzugehen.

…und sonst
Ich bilde mir ein, dieses Jahr bessere Folgen gesehen zu haben als letztes Jahr. Solides gab es regelmäßig aus Kiel, Stuttgart, Konstanz (“Im Sog des Bösen” ist nur knapp an den Tops vorbeigeschrammt) und mit Abstrichen aus Berlin. Enttäuschend hingegen waren die Beiträge aus Köln und – aus der Sicht eines Millionendörflers wirklich niederschmetternd – München (Ausnahmen “Mit ruhiger Hand” und “Gesang der toten Dinge”). Aus Münster gab es mit “Tempelräuber” in der zweiten Hälfte statt eines “Hilfe! Nicht schon wieder!” ein Aha-Erlebnis. Sie können auch ernst.

Auf ein gutes Tatort-Jahr 2010!

(Bilder: [1] (Robbrink/flickr), [2] (HR/Bettina Müller)

Der letzte Wunsch

750. Tatort: Altlasten (SWR; EA: 27.12.2009)

Ermittler: Hauptkommissar Thorsten Lannert (Richy Müller), Hauptkommissar Sebastian Bootz (Felix Krahe), Staatsanwältin Emilia Alvarez (Carolina Vera), Kriminaltechnikerin Nika Banovic (Miranda Leonhardt), Rechtsmediziner Daniel Vogt (Jürgen Hartmann)
Figuren: Brise Schubert (Bibiana Zeller), Leonie Martens (Stella Kunkat), Willy Schubert (Dieter Schaad), Oliver Martens (Tim Krebs), Julia Bootz (Maja Schöne), Lona Wagner [Lannerts Nachbarin] (Birthe Wolter), Eva [Krankenschwester] (Inka Friedrich), Peter Schubert (Andreas Schmidt), Holger Martens (Steffen Münster), Arzt (Christof Wackernagel), Bootz furchtbare Schwiegermutter (Angelika Bender), Maja Bootz (Johanna Janssen), Henry Bootz (Jakob Höhne)
(sowie Eva-Maria Kurze, Kathrin Hildebrand, Thomas Birnstiel, Karsten Dörr, Vera Baranyai, Anika Wangard, Josephine Aymar)
Drehbuch: Katrin Bühlig; Regie: Eoin Moore

Der 80-jährige Willy Schubert hat das Zeitliche gesegnet. Der Hausarzt hat einen natürlichen Tod festgestellt. Da er verbrannt werden wollte, wurde eine Obduktion durch die Gerichtsmedizin veranlasst, die eine Vergiftung zutage fördert.
Er hinterlässt seine Frau Brise (grandios: Bibiana Zeller!), zwei Kinder, ein zwei Enkelkinder, seine Kanzlei und ein Haus.

Eine Familienangelegenheit
Die Kommissare Lannert und Bootz ermitteln in der Familie und finden wenig Ansatzpunkte. Schubert war unheilbar krank. Wer hatte ein Interesse an seinem vorzeitigen Tod?
Seine Tochter, die sich in ihrem Beruf als Lehrerin wieder mehr engagieren will? Sein Sohn (wieder herrlich widersprüchlich: Andreas Schmidt), der mit seiner Galerie Schiffbruch erlitt? Oder doch sein Schwiegersohn, der seine Kanzlei übernommen hat, aber wegen eines Mandats in Streit mit seinem Mentor geriet?
Der Tatort macht sich nicht die Mühe, Motive zu suchen, wo keine zu finden sind. Er zeigt vor allem eine alte Frau, die den Tod ihres geliebten Manns nicht verkraften kann. Einzig ihre Enkelin Leonie findet Zugang zu ihr, indem sie ihr bedingslose Liebe zuteil werden lässt („Ich liebe Dich bis zum Mond und zurück.“). Nur knapp kann Lannert kann den Selbstmord der alten Frau verhindern. Er kann sich ihr nähern, erfährt, daß sie Alzheimer hat („Es schneit in meinem Kopf, und ich kann nichts dagegen machen.“)
Vor lauter Verzweiflung über das Drama gesteht Leonie einen Mord, den sie nicht begangen hat. Die Familie bekommt ein Video zu sehen, das Fragen klärt, aufwirft. und einen nicht erfüllten letzten Wunsch offenbart.

(Link: YouTube

Mit Genuss zum Detail
Dieser Tatort betont liebevolle, schwäbische Stärken: die fürs Essen. Sei es, daß Bootz’ Schwiegermutter (“Siehschd aus wie a Leich!”) selbstgeschabte Kässpätzle kredenzt, der Tote seine Schlaftabletten hin Heidelbeerkompott mit Schlagsahne einnahm, oder daß Brise wert darauf legt, daß Mandarinen unbedingt getrennt von Äpfeln aufbewahrt werden müssen, weil sie schneller faul werden.

Nachdenklicher Schluss
„Altlasten“ ist vor allem am Schluss kein gewöhnlicher Tatort, was aber durch die Geschichte zur Nebensache wird. Es ist eine starke Folge, weil hier mit Feingefühl inszeniert wurde. Gepaart mit hervorragenden Schauspieler und guter Musik wird daraus ein herausragender Tatort.
(9/10)

Anhang
Hintergrund: Tatort-Fundus
Meinungen: Fielitz, Sopran, Tittelbach.tv, Tatort-Forum

(Bilder: SWR/Stephanie Schweigert)

Des werd’ scho wieda!

300. Tatort: ..und die Musi spielt dazu (BR; EA: 11.12.1994)

Ermittler: Hauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec), Hauptkommisar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), Kommissar Carlo Menzinger (Michael Fitz)
Figuren: Jenny Beck (Claudia Wipplinger), Hermann Beck (Hans Brenner), Ruth Beck (Hanna Köhler), Jens Kühn [Journalist] (Wolf Brannasky), Nele Hinrich (Veronica Ferres), Ellen Wagner [Volksmusikstar] (Maria Peschek), Aumann [Produzent] (Tommi Piper), Friedl Meyer [Chefredakteur] (Gottfried Drexler), Anton Jäger [Volksmusikstar] (Georg Einerdinger), Volksmusikstar (Richard Süßmeier), Paul Linke (Ludwig Wühr), Fernsehmoderator (Christoph Deumling), Toningenieur (Hanns Christian Müller), Polizeireporterin (Roswitha Soukup), Kriminalrat Flach (Helmut Dauner), N.N. (Benjamino Chirico) sowie
Herbert Riehl-Heyse, Die Toten Hosen, Biermösl Blosn, Wellküren, Reinhard Reißner und seine Pfalz-Neuburger Musikanten, Die Fidelen Münchner, Bavaria Band
Drehbuch: Orkun Ertener; Regie: Hanns Christian Müller

Im Leb’n geht’s auf und nieda,
aber des werd scho’ wieda,
Hauptsach, mir ham uns oiwei gern.

Im Vorfeld der Aufzeichnung der Sendung „Bunt ist die Welt“ wird der König der Volksmusik Anton Jäger vom Journalisten Jens Kühn nach einem heftigen Streit erschlagen. Die Kommissare müssen zwischen heiler Welt und knallhartem Geschäft ermitteln.

Ein erwachsener Kinderstar
Der tote Jäger ohne sein ToupteJenny Beck hat Kühn beobachtet, wie Kühn das Zimmer des ermordeten Volksmusikstars betreten und wieder verlassen hat. Doch sie muss ihr Wissen für sich behalten, weil der Vater eine Rechnung mit dem Mörder offen hat. Er tritt sehr dominant auf und will die Tatsache, dass seine Tochter erwachsen ist, nicht wahrhaben. Sie muss Geld für das marode Hotel der eigentlich getrennt lebenden Eltern einspielen. Für den Fototermin mit der Klatschpresse wird die glückliche Familie vorgegaukelt. Der Dackel dazu darf nicht fehlen.
Sie gerät in ein Spannungsfeld zwischen Kühn, ihrem Vater, der Polizei und am Ende auch in Lebensgefahr. Die Naivität der Jenny Beck ist nur schwer erträglich, dennoch stimmig.

Der zahm gewordene Bluthund
Beck und KühnJens Kühn ist für seine Storys in der heilen Welt bekannt. Der „Reich-Ranicki der Volksmusik“ spürt alles auf, und was er nicht recherchieren kann oder nicht auflagenträchtig genug erscheint, verkauft er seinen Lesern als Enthüllungsgeschichte. Chefredakteur Meyer ist begeistert, diesen „Bluthund“, der „die Bagage wie kein zweiter kennt“, in seinen Reihen zu wissen. Wenig erfreut ist er allerdings, dass sich sich sein Intimus der Szene nach dem Mord sehr zahm gibt. Dass Kühn auf einmal die Versöhnung der Familie Beck groß aufmachen will, schmeckt Meyer so gar nicht. Das bringt keine Schlagzeilen, deshalb scheut er sich nicht, um der Auflage willen seinen Starreporter zu entmachten. Dass Kühn Kühn die Hammer-Story nicht bringen kann, weiß er nicht, interessiert ihn aber auch nicht.
Kühn wird sehr klischeehaft als aalglatter und skrupelloser Vertreter der schreibenden Zunft skizziert, der über seine eigenen Interessen stolpert.

Hinter den Kulissen
Die Biermösl BlosnDie Kommissare kommen nicht umhin, sich in die Niederungen des zotigen Volksmusikgeschäfts zu begeben. Batic heftet sich an die Aufnahmeleiterin Nele Hinrich, die ihn mit den Abläufen einer aufgeblasenen Fernsehsendung bekannt macht. Eine durch das Metier vollkommen abgestumpfte junge Frau ist froh, durch Batic wieder Kontakt zur realen außenwelt zu bekommen. Leitmayr wird zum Vertrauten der jungen Jenny, deren musikalischen Horizont er noch um Velvet Underground erweitert.
Beide begeben sich in die Abgründe eines 15 Jahre zurückliegenden Falls, der nur scheinbar aufgeklärt ist. Batic wälzt Zeitungsarchive, während sich sein Kollege von einem alten Herrn Geschichten von früher erzählen und schlecht schmeckenden Kaffee aufdrängen lassen muss und mit dem Sohn seiner Freundin beschäftigt.

Perücken und Alkohol
Die Toten HosenMord und Mörder werden zu Beginn gezeigt, was der Folge gut tut. Denn spannend ist die Geschichte nicht. Es reicht vollkommen aus, den Star mit einem Holzstuhl um die Ecke zu bringen und einen Kriminalfall darum zu basteln. So spielen auch die Ermittler nur eine Nebenrolle.
Hanns Christian Müller und Orkun Ertener ziehen es vor, die Vorgänge hinter den Kulissen volkstümlicher Fernsehsendungen ausführlich darzustellen. Dabei lassen sie nichts aus – es wimmelt vor Toupets und Perücken. Ein alkoholkranker Star stürzt bei den Außenaufnahmen am Starnberger See von der Schiffsbrüstung, ein Japaner schuhplattelt in Tracht, ein Volksmusikstar, im Kaftan gekleidet und auf einem Kamel sitzend, moderiert vor Plastik-Kakteen – alles wird in eine Zuckerschicht in Form schrecklicher Schlager und grausamer Kulissen gehüllt. Ein Kokainfund erschien den Machern wohl zu absurd; sie sollten sich täuschen, wie sich einige Jahre später herausstellte.
Dennoch wird sehr plastisch ein knallhartes Gewerbe dargestellt, das nur auf Quote abzielt. Ein Kinderstar, der nicht erwachsen darf, die Presse die nie nur an vermeintlichen Skandalen interessiert ist, sei es Männergeschichten, oder möglicher Inzest. Die Perücken sind noch das harmloseste. Am Ende fügt sich alles wieder, denn: „Des werd scho’ wieda“.
So wird trotz der teilweise arg schablonenhaften Figuren aus diesem TATORT eine sehr amüsante Folge, an die man keine kriminalistischen Maßstäbe ansetzen darf. Aber sie gibt skurrile Einblicke in bekannte Fernsehsendungen, die man in diesem Zusammenhang nicht mehr nennen darf, ohne juristisch belangt zu werden.

Anhang
Hintergrund: Tatort-Fundus, Bayerischer Rundfunk

(Bilder: BR/Bavaria Film/Rolf von der Heydt)

Frohe Weihnachten!

Es hat nur knapp nicht mit dem Traum von einer weißen Weihnacht geklappt.
Dennoch wünsche ich meinen Leserinen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest sowie ruhige und besinnliche Feiertage!

Spendenmarathon

“Was macht’s denn morgen?”

Wir standen mit einigen Kindern vor Schaf und Esel, die in unserem zum Stall umfunktionierten Pavillon auf eine Puppe, die den Heiland verkörperte, aufpassen sollten. Vor allem der Esel war vergleichsweise engelsgeduldig und ließ den Ansturm ohne Gebocke über sich ergehen. Es war bereits die dritte Weihnachtsveranstaltung im Haus, allerdings die erste, die intern organisiert wurde.
Vorgestern gab der Club der gut verheirateten Hausfrauen sein Stelldichein in der Aula. Schick gekleidete Damen in hochhackigen Schuhen verteilten Geschenke in selbst genähten Säckchen und ließen sich vom Chor Tränen der Rührung in die Augen treiben.
Letzte Woche stattete der greise Herr eines großen Konzerns uns seinen obligatorischen Besuch ab. Er will, daß seine Nichte Kontakt zu Menschen mit Behinderungen hat und lässt sich durch die Gruppen führen, um Stofftiere zu verteilen. Sie stoßen auf wenig Interesse. Charly lässt auf seinen einäugigen Plüschhasen nichts kommen.
Übermorgen kommen die Einzelhändler aus dem Viertel, um ihre Spenden zu übergeben. Die haben wenigstens gefragt, was sich die Heimkinder gewünscht haben. Aber es ist wieder ein Termin in der besinnlichen Zeit, der wieder nur von Hetik geprägt ist.
Nächste Woche kommt die befreundete Grundschule mit zwei Klassen, um die Aula in die alljährliche Weihnachtsbäckerei zu veranstalten. Manche Kolleginnen nennen diesen Vormittag immer das Teigschlachtfest. Das ist zwar der anstrengendste Termin, aber die Erst- und Drittklässler sind immer sehr nett zu unseren Kindern und Jugendlichen und gehen mit ihnen natürlich um. Und sie kommen nicht nur einmal jährlich.
Morgen wollten wir einen gemeinsamen Nachmittag auf dem Weihnachtsmarkt verbringen.

“Eigentlich wollten wir morgen…” “Ja, ich weiß schon. Heuer ist besonders viel los. Aber ich kann denen nicht absagen.” Herr Anzengruber, unser Heimleiter, suggerierte Verständnis, um den nächsten Spendenbesucher anzukündigen. Er kündigte zwei Damen an, die eine CD mit Weihnachtsgeschichten herausgebracht haben, die von bekannten Schauspielern gelesen wurden. “Die I1 musste letzte Woche schon so einen Termin über sich ergehen lassen, die kann ich nicht schon wieder anhauen.. Und Eure Kinder können damit am ehesten noch etwas anfangen.” Wir hätten es es darauf ankommen lassen können, aber auch die Zusammenarbeit mit der Leitung ist ein Geben und Nehmen. Erleichtert, nicht weiter diskutieren zu müssen, wandte sich Herr Anzengruber von uns ab. Den lange geplanten Weihnachtsmarktbesuch mussten wir also wieder verschieben. „Die CD-Präsentatorinnen kommen übrigens um 14 Uhr,“ teilte er uns noch mit. Zur Mittagspause. Ja, auch das kriegen wir hin.

Mein Dienst begann um 12 Uhr mit der Nachricht, daß sich die Kollegin Svenja krank gemeldet habe. Kurz danach versammelte sich eine ziemlich aufgekratzte Gruppe um den Mittagstisch. Den Kolleginnen aus der Küche war wohl auch schon die Energie ausgegangen, denn der Eintopf sah grauenhaft aus, und die Kinder waren ungewöhnlich schnell satt geworden. In Windeseile erledigten wir die Mittagsaufgaben, um ein wenig Zeit zu haben, den Nachmittag zu besprechen.
Der Frühdienst war so freundlich, die Gruppe in einen halbwegs vorzeigbaren Zustand zu verwandeln. Die Betreuten haben wir in Windeseile schick gemacht. Die Vorfreude auf den anstehenden Besuch hielt sich auch bei ihnen Grenzen, aber sie zeigten durch Kooperationsbereitschaft, daß wir in einem Boot sitzen.
Kurz nach zwei kam Herr Anzengruber mit zwei sehr motiviert wirkenden Damen auf die Gruppe. „So, jetzt sind wir auf der Gruppe, in der Sie Ihre CD vorstellen werden.“ Ihr Lächeln kaschierte Unsicherheit und Naivität. In atemberaubendem Tempo führte er die Frauen durch die Gruppe. Wer ihn länger kannte, merkte, daß er auch sehr genervt war. Zögernd nahmen die Bewohner im Wohnzimmer Platz. Stefan nahm nicht Platz, sondern fuhr mit seinem Bobbycar durch den Raum. Erleichtert darüber, daß er nicht schreiend durch den Flur lief, ließen wir ihn gewähren. Anita nahm wieder ein halbes Sofa für sich ein, indem sie mehr lag. Charly suchte sich aufgeregt einen Platz, Werner begann zu schreien, und Sandra nahm eine der Frauen in Beschlag, um sie nach ihren Haustieren zu befragen. Sie liebt Tiere aller Art. Wenn es nach ihr ginge, hätten wir neben die Bewohnern noch einen großen Zoo zu versorgen. In ihrer Welt hatte sie zwei Hunde, drei Katzen, ein Aquarium und drei Meerschweinchen. Mit Tieren kennt sie sich wirklich aus. Mit einiger Mühe gelang es uns, für etwas Atmosphäre zu sorgen.
Die Damen stellte sich den Kindern als Frau Meyer-Irgendwas und Frau Hochholdinger vor. Ziemlich kompliziert begannen sie beschreiben, was sie mit den Kindern vorhätten. Anita bohrte in der Nase. Es war wieder die Kunst der leisen Pädagogik gefragt, daß die Damen nicht mitbekamen, was sich nicht gehört.Stefan war inzwischen von seinem Bobbycar abgestiegen und hatte sich einfach auf den Schoß auf von der Frau mit dem Doppelnamen gesetzt. Sie war wohl für den emotionalen Teil vorgesehen, denn es störte sie nicht. Mit ihrer rechten Hand streichelte sie ihn über seine linke Wange. Meine Kollegin und ich mussten tief durchatmen, kamen aber nicht dazu, etwas zu sagen, weil Anita inzwischen nach der versprochenen CD verlangte. Charly war sehr nervös, was man an seinen sich ständig verändernden Gesichtszügen erkennen konnte. Frau Hochholdinger begann unterdessen, eine Geschichte vorzulesen. Es ging irgendwie um Nächstenliebe, aber durch ihre monotone Art schwand die sowieso schon sehr geringe Aufmerksamkeit noch schneller. Anita klapperte inzwischen unaufhörlich mit der CD. Frau Meyer-Irgendwas wollte sie ihr freundlich abnehmen. „Die gehört mir!“ Sie musste schnell lernen, daß Kinder mit geistiger Behinderung auf ihre Art ihren Willen durchsetzen. Werner begann unterdessen sehr stark zu lautieren, so daß Frau Hochholdinger sich sichtlich schwertat, mit ihrer langatmigen Art des Vorlesens Gehör zu verschaffen. Stefan fuhr wieder mit dem Bobbycar durch das Wohnzimmer, was auch nicht zu einer einer vorlese-gerechten Atmosphäre beitrug. Der dicke Teppich konnte nur wenig Lärm auffangen. Frau Meyer-Irgendwas versuchte, Stefan wieder für ihren Schoß zu begeistern. Es gelang ihr aber nicht.
Nach einer sehr langen halben Stunde waren die beiden Frauen mit ihrer Vorstellung fertig. Sie fragten mich, ob ich noch mit zum Auto kommen könne, um die 200 CD’s in Empfang zu nehmen. Sie hätten sich extra erkundigt, wieviele Kinder in unserer Einrichtung betreut würden. Meine Kollegin verabschiedete die desillusionierten Frauen, und ich begleitete sie zum Parkplatz, wo ich die große und schwere Kiste in Empfang nahm. Ich lieferte die Kiste genervt und mit wenig erklärenden Worten bei unserer Pförtnerin ab.
Auf dem Weg zur Gruppe begegnete ich Herrn Anzengruber, der sich zwischenzeitlich in einen fein Zwirn geworfen hatte. „Die Zwei waren a bisserl komisch, oder?“ Ich konnte nicht mehr als „Hm“ antworten. „Aber trösten Sie sich, ich muss jetzt zum Weihnachtsempafng des Sozialministeriums und mir langweile Reden von der Staatssekretärin und dem Minister anhören.“

Ich dachte nur an den morgigen Tag und fragte mich, warum alle nur im Dezember an unsere Kinder denken.

Früher war es angeblich besser

Jürgen Klinsmann, Hauptverantwortlicher für das Sommermärchen ’06 und grandios gescheiterter Trainer beim FC Bayern München, hat sich in der FAZ zu Wort gemeldet. Ich möchte es so formulieren: er bekommt wenig Gelegenheit, seine Zeit an der Säbener Straße selbstrkritisch zu reflektieren. So sagte er in besagtem Interview:

Ich bin beim FC Bayern mit Menschen zusammengetroffen, die komplett anders denken.

Sieht man einmal von den Spielern ab, hat sich in dem Verein, den er 1997 zum ersten Mal verließ, vor seinem zweiten Intermezzo wenig geändert; vor allem die Protagonisten waren bei Vertagsabschluss im Januar 2008 dieselben: Franz Beckenbauer, Karl-Heinz-Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner. Er wird auch nicht gefragt, was er damit meint.

Im weiteren Verlauf schiebt er sein Scheitern auf die “interne Zusammensetzung”. Was er damit meint, erfährt man leider nicht. Aber da kann man auf die Sprünge helfen:
Wie naiv war es, einen Mexikaner als Co-Trainer zu installieren, der die Bundesliga höchstens aus der Distanz kannte? In Klinsmanns Stab war mit dem Torwarttrainer Walter Junghans nur ein Mitglied mit dem Hauch von Erfahrung im bundesdeutschen Oberhaus.
Im weiteren Verlauf verweist Klinsmann auf 1899 Hoffenheim und preist die Strukturen als Modell der Zukunft an. Ich bin kein Anhänger von Ralf Rangnick, aber er beschäftigt in seinem Stab einige Mitarbeiter mit Bundesligaerfahrung. Darauf hat Klinsmann verzichtet. Es war vielleicht sein größter Fehler, keinen “Löw” neben sich zu haben.
Weder Fragen noch Antworten gibt es auf die Nachwuchsförderung beim FC Bayern. Thomas Müller, zumindest in Vorbereitungsspielen unter Klinsmann das eine oder andere Mal auf dem Platz, bekam unter Klinsmann keinen Stich; Holger Badstuber war vor van Gaals Verpflichtung den wenigsten ein Begriff. Seine Freude, “mit jungen Menschen zu arbeiten”, kommt arg fadenscheinig daher. Selbst der wenig experimentierfreudige Ottmar Hitzfeld hat mehr Spieler aus der 2. Mannschaft in der Bundesliga erprobt.

Klinsmanns Kritik an der sportlichen Führung des FC Bayern ist sicher nicht falsch, aber sie wirkt arg hilflos. Der Anschein, von eigenen Fehlern ablenken zu wollen, übertüncht sie.
Es wird interessant, die Amtszeit von Louis van Gaal zu bewerten. Aber er hat in den ersten drei Moanten mehr taktische Experimente gewagt, mehr junge Spieler ins kalte Wasser geworfen, als der progressive Klinsmann. Selbst einen zweiten Stürmer hat van Gaal auf den Platz gestellt, wenn er nur einen hatte…

Man muss nicht Uli Hoeneß sein, um nach diesem Interview Massen an Kreide zu schlucken….

Fusel im Vollen

Vielleicht sollte ich mal nach Pasing fahren, um mich vom Gegenteil meiner Abneigung überzeugen zu lassen. Weiteren Empfehlungen bin ich bis jetzt auch großräumig ausgewichen.

Die Idylle täuscht auch in Feldkirch! (Bild: Libär/flickr)

Ich mag keine Christkindlmärkte. Ich habe immer wieder versucht, mich auf diese vorweihnachtliche Gemütlichkeit einzulassen. Es geht nicht. Meistens ist der Glühwein aufgebrühter Fusel und steigt mir so schnell in den Kopf, daß die restliche Tagesplanung perdu ist. Punsch ist nur süß und klebrig. Ich bin auch kein großer Freund des Handgeschnitzten, das sicher mit sehr viel Liebe hergestellt wurde. Aber das Sortiment unterscheidet sich auf den verschiedenen Märkten überhaupt nicht. Handschuhe, Mützen, Schmuck – überall wird das gleiche Zeug verkauft. Mit Chrsitkindlmärkten ist es wie mit Kaufhäusern: kennst Du eines, kennst Du alle.
Von bestimmten Düften kriege ich schlicht und ergreifend Kopfschmerzen, ohne vorher auch nur einen Schluck Glühwein in die Kehle gekippt zu haben. Geht man mit Kindern auf den Christkindlmarkt, kommt man nur schwer wieder weg, weil man das Karussell leider nicht mitnehmen kann. Die Freude des Kindes während des Besuch im Gewühl wechselt nach dem Besuch übergangslos zu Zorn.
Überhaupt dieses Gedränge! Ich vermeide es schon, während der tollen Einkaufstage die Innenstadt aufzusuchen. Selbst das Unterqueren ist ab dem dritten Advent schon vormittags eine Qual. Am schlimmsten ist der Bretterverschlag natürlich in der Fußgängerzone. Ich habe nie verstanden, warum man den vor der Bebauung nicht am St.-Jacobs-Platz aufgebaut hat. Der von vielen so geliebte Schwabinger Weihnachtsmarkt ist ein einziges Geschiebe und Geschubse. Das löst in mir allenfalls Aggression aus, aber von vorweihnachtlicher Romatik verspüre ich nichts. Nein, und ich will an meinen freien Tagen auch kein Kindergeschrei in engen Furten hören.
Ganz verhängnisvoll habe ich den Besuch des Nürnberger Christkindlesmarktes in Erinnerung. Es muss jugendlicher Leichtsinn gewesen sein, der mich an einem Adventssamstag dahin geführt hat. Wer glaubt, auf dem Oktoberfest abgezockt zu werden, war noch nie in Nürnberg im Advent.
Ganz angenehm ist die Haidhauser Budensammlung am Weißenburger Platz – man kann sie ganz gut umgehen.

Ich freue mich auf den Tag, an denen die Buden für elf Monate wieder verrammelt und abgebaut werden. Da muss ich zwar arbeiten, aber das ist eine andere, sehr schöne Geschichte, von der ich demnächt erzählen werde.

Recht verschlabbert

Wer meint, für solche Hosen Geld ausgeben zu müssen, ist selber schuld. Wer aber meint, diese auch noch in der Öffentlichkeit zu tragen, hat jegliches Recht, über rocktragende Männer zu spotten, verwirkt. Diese Schlabberhose ist modisch nicht mal drittligareif und dürfte auch in Budapest nicht straßentauglich sein.

[via Münchenblogger]

Schwabing leuchtet und rollt

Am vergangenen Samstag hat sich ein kleiner Kindheitstraum erfüllt. Unweit der Münchner Freiheit großgeworden habe ich in der Leopoldstraße immer eine Trambahn vermisst. Bilder aus alten Zeiten steigerten den Wunsch und erzeugten Unverständnis über die Entscheidung, die Trambahn aus dem Schwabinger Boulevard zu entfernen. Ich habe immer alle beneidet, die eine Straßenbahn vor der eigenen Haustür hatten. Ich hatte das nur zweitweise, wenn ich meine Großeltern besucht habe; die Haltestelle trägt den fast schon romantisch anmutenden Namen Wiesenweg.

Als ich vor 15 Jahren aus Schwabing wegzog, konnte ich mir nicht vorstellen, daß jemals wieder eine Straßenbahn über die Leopoldstraße rollen würde. Die Stimmung sprach auch nicht dafür, weil selbst eine Busspur für den Kommunalwahlampf 1994 mit dem Slogan “Freiheit für Leopldstraße” instrumentalisiert wurde. Die SPD machte nicht den Eindruck, den nötigen Mumm zu besitzen, die CSU gab sich redlich Mühe, Horrorszenarien für die Autofahrer zu heraufzubeschwören.

Als die Pläne für die Parkstadt veröffentlich wurden, war auch eine Trambahnstrecke enthalten. Zur Münchner Freiheit! Daß diese Pläne in die Realität umgesetzt würden, konnte ich nur schwer glauben. Es wurden während der ersten Ude-Periode zwei Strecken wieder neu aufgebaut, aber danach kehrte Ruhe ein. Den Zorn seiner Schwabinger Genossen befürchtend wurden auch sehr schnell Ideen einer Strecke durch die Herzogstraße begraben. Aber die Anbindung des Neubaugebiets war versprochen und wesentlicher Teil der Pläne, so daß vor zwei Jahren mit den Bauarbeiten begonnen wurde.
Entgegen Münchner Gepflogenheiten gelang es sogar, für die Linie 23 zwei architektonische Lichtblicke zu errichten: die Tragseilbrücke über den Mittleren Riing und das neue Dach für die Münchner Freiheit (entworefn von Marcin Orawiec).

An der Eröffnung konnte ich nicht teilnehmen, weil ich tagsüber nicht in München war.
Es war ein komisches Gefühl, als ich am Sonntag nachmittag in die volle Trambahn in der Tropfsteinhöhle einsteig. Als sie in die Leopoldstraße abbog, lief es mir eiskalt den Rücken herunter. Wie ein kleines Kind freute ich mich, den Turm meiner bildenden Anstalt von der Trambahn aus zu sehen. Selbst der für mich traumatischen Morawitzkyhalle konnte ich ein Lächeln abgewinnen.
Zweimal habe ich, mit vielen anderen Neugierigen, die Fahrt wiederholt.

Weitere Impressionen von der Eröffnung gibt es bei den Tramgeschichten ([1], [2], [3], [4]), Walter, im Eisenbahnforum und sogar aus dem entfernten Neuperlach. Die Münchner Blätter Münchner Merkur, Abendzeitung, tz und Süddeutsche Zeitung waren auch vor Ort.

(Bilder: Mit freundlicher Genehmigung von Daniel Schuhmann/Tramgeschichten [2], [3], [e])

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