..wenn der Wasservogel heute wieder in den Nymphenburger Kanal geschmissen wird. Um 11 Uhr steigt das Fest mit einem Umzug durch Neuhausen. Zu Wasser gelassen wird der Pfingstl gegen 14 Uhr.
Monthly Archive for Juli, 2009

Es gibt günstigere Momente, ein Jubiläum feierlich zu begehen. Ist es Mut oder Größenwahn, daß die BayernLB dieses mit einer Ausstellung begeht?
Was wird dort eigentlich gezeigt? Panoramabilder vom Hotel am Obersalzberg? Portraits von Erwin Huber in Öl? Geschredderte Millionen? Ich weiß es nicht.
Wer sich die Ausstellung nicht ansehen will, kann sich mit einem kurzen Abriss begnügen.
653. Tatort: Schwelbrand (RB/Degeto; EA: 21.01.2007)
Ermittler: Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel), Kommissar Nils Stedefreund (Oliver Mommsen), Assistent Karlsen (Winfried Hammelmann)
Drehbuch und Regie: Thorsten Näter
Der Fall Dana (Jeanette Biedermann) soll mit ihrer Band gegen Rechtsradikalismus singen. Im Vorfeld dieses Konzerts wird ein türkischer Plakatekleber so schwer verletzt, daß er später stirbt. Lürsen und Stedefreund ermitteln sofort im Milieu. Wenig später wird ihre Assistentin Susanne Wolters (Marie Lucht) ermordet aufgefunden. Zunächst wird eine Verwechslungstat vermutet, weil sie Dana sehr ähnlich sieht und ihren Mantel trug.
Die Kommissare finden heraus, daß Danas Bruder Markus (Sven Fricke) MItglied einer rechten Gruppe ist, die vom Ideologen und Demaogogen Seitz (Thomas Sarbacher) geleitet wird. Die Ermittler fischen lange im Trüben, bis sie im Elternhaus der Assistentin eine Entdeckung machen.
Der Täter Susanne Wolters hat für Dana belastendes Material. Dana war früher mit dem Adlaten des Demaogen, Wolfgang Hübner (Florian Panzner), zusammen. Logisch, daß Dana nicht wollte, daß ihre Vergangenheit ans Licht kommt. Der Plakatekleber wurde erwartungsgemaäß vom Neonazi-Mob ermordet.
Die Bewertung Ein überzeugendes Plädoyer gegen Rechts war dieser Film nicht. Die Idee, rechtsradikales Milieu mit dem Showbusiness zu vermischen ist nicht schlecht, aber sie wurde nur halbherzig umgesetzt. Stalking als Nebenstrang noch einzubauen, trug auch nicht zur Verbesserung bei. Die Glatzen und ihre Strippenzieher wurden arg schablonenhaft dargestellt, die Glitzerwelt sehr unausgegoren, was auch an der Hauptdrastellerin Jeanette Biedermann liegt. Sie kann weder singen noch schafft sie es, als Schauspielerin zu überzeugen. Daß sie am Schluss Imagine singt, ist eine Beleidigung für jedes halbwegs musikalisches Ohr. Sie mag ein bei dem jüngeren Publikum ein bekanntes Gesicht sein, mehr aber auch nicht. Warum man sich nicht bei der kurz zu sehenden und wesentlich ausdrucksstärkeren Frontfrau Mietze Katz von MIA. bedient hat, verstehe ich nicht.
Link: YouTube
Für diese Stückwerk gibt es nur 3,5 Punkte.
Mehr Informationen gibt es im Fundus.
In Düsseldorf ist nicht alles schlecht. Sehr beeindruckt war ich vom Neuen Zollhof am MedienHafen, der von Frank Gehry erbaut wurde. Wer auf das Bild klickt, bekommt durch die Diashow einen kleinen Eindruck davon.
Die Stuttgarter Schwelle: das Tiefbauamt entwirft eine plastische Sperrlinie aus Fertigbeton zur Abtrennung des Gleiskörpers vom Individualverkehr, heute noch beispielsweise in der Nordbahnhofstraße zu sehen. (Stuttgarter Bahnen)
Für Autofahrer wird sie als Alliteration verständlicher, nämlich als Stuttgarter Stolperstein…
Schullandheime, Ferienhäuser und Jugendherbergen haben häufig einen herben Charme. Die Häuser zählen nur in den seltensten Fällen zu den schönen Gebäuden im Ort, wenn sie nicht sowieso schon sehr abgeschieden liegen (das lässt etwaige Fluchtgedanken gar nicht erst aufkommen). Es sind Zweckbauten mit spartanischer Einrichtung. So dürfen sich auch die erwachsenen Begleiter in zu kurze Stockbetten zwängen. Hat man sich dann morgens mühevoll aus der durchgelegenen Schaumgummimatratze gequält, wartet man vor der Etagendusche auf die körperliche Erfrischung.
Das kulinarische Angebot bewegt sich zwischen Tiefkühlgerichten und Fast Food. Die Schnitzel Wiener Art eignen sich hervorragend als Fensterleder. Reiberdatschi sind nicht selbstgemacht, sondern werden nur tiefgefroren aus der Packung genommen und in der Pfanne erhitzt. Die Pizza ist mit so einer dicken Käseschicht beklebt, daß darunter keine Tomatensauce Platz findet, dafür aber das Öl nur so raustropft. Bei der Essensausgabe beklagt der Koch dann die Essgewohnheiten der Jugend von heute. Als getränk wird gerne der Saft gereicht, der wie Red Bull ohne Koffein schmeckt (auch bekannt als Gummibärlisaft). Der Kakao ist eine gustatorische Andeutung: ein Esslöffel Kaba verteilt auf einen halben Liter Wasser und einen halben Liter Milch. Der passionierte Kaffeetrinker unter den Begleitern greift nach einer Tasse gerne auf den angebotenen Kamillentee zurück und wundert sich, warum der Busfahrer von Oberlandreisen vor der Landverschickung gerne auf einen Schluck verweilt.
Passend dazu werden die Häuser mit harter Hand geführt. Ein umfangreiches Regelwerk (ganz wichtig: Hausschuhe!), das gerne unmittelbar nach der Ankunft lautstark verkündet wird, sorgt dafür, daß die unterrichtsfreie Woche auf dem Land kein Zuckerschlecken wird. Die Super Nanny wirkt neben einer Herbergsmutter (auch Heimleiterin genannt) wie eine Vertreterin der antiautoritären Erziehung. Da es nicht ausreicht, die Regeln mündlich kundzutun, hängen an den verschiedensten Stellen Zettel mit Hinweisen, die das gedeihliche Zusammenleben garantieren sollen. Die erfahrene Herbergsmutter weiß aber, daß Regeln gerne wieder vergessen wird. So wacht sie gerne am Ort des Geschehens, zu den Essenszeiten am Buffet, über die hungrige und erziehungsbedürftige Meute. Dort erfährt der unbedarfte Gast, daß es so etwas wie eine Straßenverkehrsordnung im Haus gibt. Das Buffet in der Mitte des Hauptraumes ist ein Einbahnstraßensytem. Pfeile auf dem Boden weisen die Richtung. Lebenspraktische Tips gibt es in Form eines Anschiss einer unüberhörbaren Ansprache: “Nicht auf die Tasse, sondern auf den Boden schauen!”
Beim Gespräch mit der gouvernantenhaften Leiterin, dem man im abschüssigen Rauchereck nur sehr schwer entkommen kann, erfährt man, mit welcher Leidenschaft sie das Haus führt. Hört man zufällig, daß sie mit ihrem Mann genauso spricht wie mit den Schülern, bekommt man eine Ahnung davon, was damit gemeint ist.
Aufenthalte in Selbstversorgerhäusern machen häufig mehr Arbeit, bieten aber in der Regel mehr Komfort und Freiheit.
Die AllianzArena war nicht ausverkauft, als Kultusminister Ludwig Spaenle die neue Mittelschule vorgestellt hat. Genau genommen waren nur 500 Gäste zugegen. So wenig Zuschauer haben ja nicht einmal die Blauen bei ihren Heimspielen…
Ob die verwaisten VIP-Lounges als Unterrichtsräume genutzt werden, geht es aus den Pressemeldungen nicht hervor.
678. Tatort: Satisfaktion (WDR; EA: 28.10.2007)
Ermittler: Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl), Prof. Boerne (Jan Josef Liefers), Silke Haller “Alberich” (ChrisTine Urspruch), Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter), Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Grossmann)
Drehbuch: Johannes W. Betz; Regie: Manuel Flurin Hendry
Der Fall Boerne darf wieder mal ein Skelett untersuchen. Es ist der seit elf Jahren vermisste Raimund Stielicke, der nach seinem ersten Staatsexamen nach Italien fahren wollte. Er war, wie sein Vater, der angesehene Kardiologe (Michael Degen), und sein Bruder Carsten (Godehard Giese) Mitglied einer Studentenverbindung. Boerne natürlich auch, dem es nicht recht, daß der “protestantische Prolet” (Klemm) Thiel dort ermittelt. Andeutungen über Raimunds Ableben bekommen sie vom krebs- und alkoholkranken Baltus (Aljoscha Stadelmann), der wenig später auch tot aufgefunden wird. Thiel rüpelt sich durch diese Studentenverbindung und die angesehene Familie, während Boerne alte Kontakte (der alte Stielicke war sein Doktorvater) aufleben lässt.
Der Täter Raimund hat seiner Schwägerin Clara (Victoria Mayer) ein Kind gemacht. Das verletzte Carsten so sehr, daß er seinen Bruder nach einer Mensur erschossen hat. Der kranke Baltus war bereit, das Familiengeheimnis zu lüften. Das wiederum konnte die Schwiegermutter (Tatja Seibt) nicht akzeptieren und entfernte ihn.
Die Bewertung Wieder mal ein unglaublicher Stuss aus Münster. Jeder kennt jeden, und Boerne kennt alle. Die auf Dauer platten Dialoge kennt auch jeder, und nebenbei wird ein Fall gelöst.
Dafür gibt’s 3 Punkte.
Mehr Informationen gibt’s im Fundus.
(Bild: ARD/WDR)
Du hast keine Chance, also nutze sie. Also sucht sich die SPD, nachdem sich ihr einziger Bundesminister mit Profil nicht in den Urlaub schicken lassen will, prominenten Beistand. Katahrina Saalfrank, Deutschlands Super Nanny, tingelt mit dem SPD-Generalsekretär Hubtertus Heil durch Kindergärten und Schulen. Strategisch ist diese Reise wenig durchdacht, haben doch in den ersten Bundesländern schon die Sommerferien begonnen.
Aber die SPD kapiert natürlich wieder einmal nicht, daß Saalfranks Engagement Zeitverschwendung ist. Ihr Einsatz in den Parteigremien wäre wesentlich sinnvoller. Oder scheitert er nur daran, weil es nicht genügend Stille Stühle für Aufmüpfige wie Peer Steinbrück, Andrea Nahles oder Karl Lauterbach gibt?
Daß Roland Kaiser mit Fank-Walter Steinmeier auf Kinderspielplätzen und Jugendfreizeiten musikalische Lagerfeuerromantik verbreitet, ist allerdings ein bis jetzt nicht verifiziertes Gerücht.
[via @derfreitag]
Ich war schon in Düsseldorf!
Im Brauhaus Schumacher ist man von seinem Bier so überzeugt, daß man nicht mal eine Kaffeemaschine unterhält. Man verdaut dort wohl eher mit Schnaps. +++ Der Löwenfan in unserer Runde hat es tatsächlich geschaft, dort für 18,60 Euro zu speisen und zu trinken. +++ Eisbein schaut so eklig aus, daß ich es nicht einmal photographiere. +++ “Halwer Hahn”: Käse, der olfaktorisch mächtig Eindruck schindet, gustatorisch aber eher belanglos ist. +++ So wie dort gefeiert wird, ist es verwunderlich, daß es die ansässige Fortuna doch tatsächlich wieder in die 2. Liga geschafft hat. +++ In der Altstadt gibt es Kneipen, die die halbe Straße einnehmen. Man kann auf der Treppe sitzend sein Bier trinken. In München wird man kaum eine Bedienung finden, die sich bückt. +++ Im Hühnerstall werden schlechte Schlager gespielt. +++ Würde man abends die Sonnenschirme zumachen, wäre die Akustik erträglicher. +++ Ich bin in meiner Rockträger-Karriere noch nie als Hurensohn bezeichnet worden. +++ Düsseldorf hat ein hervorragend ausgebautes ÖPNV-Netz. +++ Diesen Service in Form einer Fahrkarte zu goutieren, ist wirklich ein Kunststück. An der viergleisigen Trambahn-Haltestelle Hauptbahnhof gibt es drei Automaten, von denen einer nicht funktioniert und ein anderer keine Scheine annimmt. +++ Man feiert dort den Blaulichttag. +++ Im Hauptbahnhof gibt es Raucherlounges. +++ Ich habe mich nicht getraut, ein Kölsch zu bestellen. +++ Düsseldorf scheint die Stadt der Junggesellinnen- und Junggesellenabschiede zu sein. Nach 20 habe ich aufgehört zu zählen. Sehr beliebt: Bräutigame in Frauenkleidern. +++ Warum dürfen sich Architekten wie Frank Gehry in Düsseldorf austoben, aber nicht in München?




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