Monthly Archive for Dezember, 2008

2008 auf einen Fang

1. Vorherrschendes Gefühl für 2008?
Sehr emotionslos…

2. 2008 zum ersten Mal getan?
Ich habe aus der Wohnung eine WG gemacht.

3. 2008 leider gar nicht getan?
Ich hab’s nicht einmal auf den Berg geschafft! Eine Schande!

4. Wort des Jahres?
Leistungsorientierte Bezahlung (okay, es sind zwei Wörter…)

5. Zugenommen oder abgenommen?
Keine Ahnung. Ich habe keine Waage, und die Klamotten passen noch.

6. Coolste Anschaffung 2008?
Ein Füller oder doch das schwarze Ribéry-Trikot?

7. Stadt des Jahres?
Eher ein Dorf: Hohenkasten.

8. Alkoholexzesse??
Ein ausführliches Bier würde ich nicht als Exzess bezeichnen…

9. Davon gekotzt?
Von einem Bier?

10. Haare länger oder kürzer?
Etwa gleich lang.

11. Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
In die Ferne gucken geht immer noch nicht, das Kleingedruckte fällt allmählich auch schwer.

12. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, u.a. für die neue Glotze.

13. Höchste Handyrechnung?
Keine Ahnung. Ich telefoniere doch eh so selten…

14. Krankenhausbesuche?
Ja, einige.

15. Verliebt?
Nein.

16. Getränk des Jahres?
Cappuccino.

17. Essen des Jahres?
Unser neuer Küchenchef hat beim Jubilareessen ganz schön aufgekocht. Das war verdammt gut.

18. Most called persons?
Die Freundin C.

19. Die schönste Zeit verbracht mit?
Mit dem Mitbewohner, C&A und M. beim Schweinebratenessen.

20. Song des Jahres?
Rehragout!

21. CD des Jahres?
G. Rag & die Landlergschwister.

22. Buch des Jahres?
René Goscinny: Neues vom Kleinen Nick

23. Film des Jahres?
Sicher nicht The Dark Night, obwohl das der einzige Film war, den ich heuer im Kino gesehen habe.
Deshalb: Ein seltsames Paar mit Jack Lemmon und Walter Matthau.

24. Konzert des Jahres?
Es waren nur drei, deshalb fällt die Auswahl nicht so schwer: die EAV im Circus Krone.

25. TV-Serie des Jahres?
KDD – Kriminaldauerdienst.

26. Drei Dinge auf die ich gut hätte verzichten können!
Auf die Krankenhausbesuche. Das waren aber mehr als drei…

27. Nachbar des Jahres?
Frau H. mit ihrer Tochter.

28. Beste Idee / Entscheidung des Jahres??
Das vor Jahren abgebrochene Studium für ein Schweinegeld doch nicht aufgewärmt zu haben.

29. Schlimmstes Ereignis?
Das 0:4 in St. Petersburg.

30. Schönstes Ereignis?
Den Bewohner G. nach seinem letzten Krankenhausbesuch wieder freudestrahlend in die Arme zu nehmen.

31. 2008 mit einem Wort?
Vorbei.

[via Sabine]

Suchmaschinenreport 2008

Wonach haben die zufälligen Leserinnen und Leser, von denen vieleicht die eine oder der andere hängengeblieben ist, gesucht?

Sehr beliebt sind immer Schauspielerinnen. Die unangefochtene Königin ist Henriette Confurius (87 mal), gefolgt von Nicolette Krebitz (33 mal). Konkreter war die Nachfrage Wo wohnt Uschi Glas? (21 mal). Hihi, ich weiß es…

Städtereisende kamen hier auch auf ihre Kosten; so wurden das alte und neue Rathaus in Bayern (33 mal) gesucht. Ob es gefunden wurde, bezweifle ich. In Dietzenbach (40 mal) und in Marano Lagunare (20 mal) steht es sicher nicht. Auf 122 Nennungen bringt es der Glockenbach Flohmarkt im Millionendorf (20 mal).

Hungrig war auch so mancher. 69 mal wurde nach einem Kalbsrollbraten gesucht. Als Dessert sollte es eine indische Nachspeise (20 mal) sein. Hoffentlich bleibt nix in der Zahnspange (37 mal) hängen…
Dagegen dürfte es Partnersuchende gewesen sein, die hier auf eine Metzgerin (17 mal) gehofft haben.

Am meisten wurde aber nach einem gewissen Stadtneurotiker gesucht. Den gab es hier zuhauf…

Viele Besucher fanden aus Neuhausen, der Maxvorstadt, dem Herzogpark und einem unbenannten Stadtteil hierher.

Import – Export mit Augenschlitz

716. Tatort: Der tote Chinese (HR)

Ermittler: Hauptkommissarin Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki), Hauptkommissar Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf), Ina Springstub (Chrissy Schulz), Kommissariatsleiter Rudi Fromm (Peter Lerchbaumer), Staatsanwalt Dr. Scheer (Thomas Balou Martin), Pathologin Christiane von Basedow (Iris Böhm)

Nach einem Besäufnis mit tadschikischen Im- und Exporteur Nazarov (Kida Khodr Ramadan) wird der Geschäftsmann Toni Wang (Chike Chan) im Fitnessraum des Frankfurter Airporthotel tot aufgefunden. Der für den “Facility Management Partner” (Putzkolonne in Marbella) des Hotels schwarzarbeitende Wen Hai Wan (Chike Chan) sieht dem Toten sehr ähnlich und beraubt ihn seiner Papiere, so daß die Kommissare zunächst nicht wissen, wer der Tote ist. Mit Wangs Ticket will er in die USA zu Frau und Kind fliegen, kommt aber nicht weit, weil er von den Gangstern Richter (Andreas Schmidt) und Roetgen (Thorsten Merten) aufgehalten wird, die ihn für Wang halten.
Der Tadschike ist nicht “die kriminelle Arschloch von Kaukasus” sondern bekam von Wang einen Container mit Chinesen angeboten und weiß nicht wo “Augenschlitz” ist. Wangs Frau (Johanna Wokalek), die von den Machenschaften ihres Mannes nichts gewusst haben will. Der Tagunsleiter des Kongresses im Airporthotel, Hübner, (Matthias Brandt) will auch nichts vom Menschenhandel Wangs gewusst haben. Seine Assistentin, die Übersetzerin Min Li Sun (Mey Lan Chao) vermisst ihre Eltern. Kommissarin Sänger zeigt ihr eine Datei mit unbekannten, toten Chinesen. Sun entdeckt ihre Mutter.
Die Ganoven Richter und Roetgen entführen Wangs Frau, der falsche Wang dessen Sohn. Der falsche Wang wird inzwischen festgenommen und wird von Frau Wangs Entführern zur Lösegeldübergabe aufgefordert. Der Container wird entdeckt, die Ganoven verhaftet, der falsche Wang abgeschoben und die Übersetzerin Sun als Mörderin, die ihn als Unfall hinstellt, überführt.

Unter Hendrik Handloegten (Co-Autor: David Keller) entstand ein sehr stimmungsvoller Tatort. In der Hochglanz-Kulisse des Frankfurter Flughafens mit teilweise ganz hervorragenden Bildern wurde Menschenhandel thematisiert, ohne daraus mit erhobenen Zeigefinger ein moralbelastetes Stück zu machen. Der Humor war fein dosiert. Die Vorurteile wurden angesprochen (“Die Asiaten sind gennerell nicht leicht zu unterschieden”, “Das ist wie mit Platten von Bob Marley – kennst Du eine kennst Du alle”, “Augenschlitz”). Dazu die Warteschleifenmusik der Putzfirma in Marbella von Peter Cornelius


(Link: YouTube)

Sehr fein der Schluss, zu dem Dellwo eine Platte auflegt – und die knisternde Tatortmusik mit Abspann erfolgt.

Velleicht liegt’s an Asien – aber diese Tatorte (Die chinesische Methode und Fra Bu lacht) waren ebenfalls sehr gut.

Sopran hat live gebloggt. Ausführliche Informationen gibt’s im Tatort-Fundus.

Zu kritisieren sind die Ansetzungstermine der letzten vier und der kommenden zwei Tatorte. Jeweils zweimal Leipziger, Frankfurter und Tiroler Folgen sprechen nicht für ein glückliches Händchen.

Allein.

Seit über einer Woche ist er weg. Der Mitbewohner. Das Projekt war nur auf knapp ein halbes Jahr angelegt (hätte er gesagt, er bliebe zwei Jahre, hätte ich mich wahrscheinlich auch nicht darauf eingelassen), aber spätestens in der Woche vor seinem Abflug zu seiner Frau wurde mir klar: Ich werde ihn vermissen.
Es gab ein rauschendes Abschiedsfest im Großwirt, das nicht nur die Wirtsleute beeindruckte. Der Kollege M. bewies, daß das Spielen auf der Gitarre nicht gleichbedeutend mit Zupfgeigenprekariat ist. Viele Gäste aus der Schwemme warfen einen interessierten Blick in den kleinen Nebenraum. Wir bekamen weit nach der offiziellen Schließungszeit um 0 Uhr noch Bier und Schnaps und verließen gegen halb 2 das Etablissement (und sind einige Stunden später nach einem Zwischenstop bei C. mit dem Taxi heimgefahren).
Nun ist er seit gut einer Woche bei seiner Liebsten auf den Philippinen, und ich vermisse ihn immer noch. Es sind nicht nur seine Kochkünste, die mir abgehen. Es ist die Person.
Hätte mir vor einem halben Jahr jemand gesagt, daß eine Wohngemeinschaft in meinen vier Wänden funktioniert, hätte ich es nicht geglaubt.

Herzlichen Dank für die wirklich schöne Zeit!

My first goose

Ich war vor dem Dienst am Heiligen Abend einigermaßen nervös. Ich hatte im Vorfeld vorlaut kundgetan, mich heuer um die Gans zu kümmern – ohne vorher so einen Vogel im Ofen je erlegt zu haben.
Die Premiere ist nach den ehrlich wirkenden Äußerungen der Kolleginnen und sprechenden Betreuten gelungen.

Es war sowieso ein sehr energiereicher Abend, bei dem es sich als Glück erwiesen hat, über zwei Küchen zu verfügen. Zeitweise liefen fünf Herdplatten (Spaghetti, Aglio Olio im Wok, Apfel-Blaukraut und zwei Knödeltöpfe) und ein Ofen (besagte Gans) gleichzeitig auf Hochtouren…

Sonntag abend, viertel nach acht

Daniel fragt (neudeutsch: Blogparade) nach den Tatort-Gewohnheiten. Als fleißiger Tatortgucker und -kritiker werde ich die Fragen auch beantworten:

Wie oft schaust du Tatort?
Wenn’s der Dienstplan erlaubt, schaue ich regelmäßig. Die Hälfte der sonntäglichen Erstausstrahlungen bekomme ich mit – und sie sind hier nachzulesen.
Dazu kommen noch die Wiederholungen mir unbekannter Folgen, die im SWR und BR zu sehen sind.

Welche Ermittler gefallen dir am besten?
Ganz klar: die Münchner Ermittler Ivo Batic und Franz Leitmayr.
Sie kriegen in der Regel noch anständige Drehbücher, die nicht mit privatem Kram überfrachtet werden. Man wagt auch Experimente, wie zuletzt Der oide Depp, die dann auch noch gelingen. Mittlerweile ist der Münchner Tatort der einzige (wenn man von den österreichischen einmal absieht), der noch so etwas wie Lokalkolorit bietet. Das ist sicher auch ein Grund, warum ich dem Bienzle ein Tränle nachweine…
Das Berliner Gespann sehe ich auch sehr gerne, und die Frankfurter Ermittler Dellwo und Sänger kriegen noch recht anständige Gesichten.

Welche(n) Ermittler kannst du gar nicht leiden?
Charlotte Lindholm. Das liegt vor allem an ihrer Darstellerin Maria Furtwängler, die schauspielerisch so prickelnd ist wie abgestandenes Mineralwasser. Daß Robert Atzorn den Tatort verlassen hat, habe ich mit sehr viel Erleichterung zur Kenntnis genommen. Aber wenn die neuen Leipziger so weitermachen, wie sie begonnen haben, platzieren sie sich noch vor der Ermittlerin aus Hannover. Klara Blum aus Konschdanz ertrage ich nur mit ihrem Assistenten Perlmann.
Grundsätzlich finde ich die persönlichen Verwicklungen und Dramen der Damen und Herren Ermittler sehr anstrengend. Das hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Ein trockener Plot mit (harten) Ermittlungen scheinen viele Autoren nicht mehr hinzubekommen.

Hörst du auch den Radio-Tatort?
Nein, ich ziehe Dickie Dick Dickens vor…
Ich höre zwar viel Radio, aber abends nur selten.

Gibt es andere Fernseh-Krimis, die du empfehlen kannst?
Aus dem deutschsprachigen Raum: KDD – Kriminaldauerdienst, Der letzte Zeuge (wird nach Ulrich Mühes Tod nicht fortgesetzt), Bella Block und Trautmann, der nur dank deutscher Borniertheit keine Tatortweihen erfahren durfte
Ansonsten sind die ausländischen Krimis, die das ZDF am Sonntag nach dem Tatort zeigt, wirklich hervorragend.

Vielleicht wollen die Sopranisse, Annabell und Fielitz auch mitmachen?

[via Nicht spurlos]

Frohe Weihnachten!

Suchtbeauftragter

Der Suchtbeauftragte der Stadt Nürnberg heißt Georg Hopfengärtner.

Verliebt vor der Vollendung

Bilder von der Entstehung des Olympiageländes gibt es nicht so viele, bewegte noch weniger.
Due US-amerikanische Sängerin Peggy March, die rund 30 Jahre in München lebte, war schon vor Vollendung des Olympiaparks in ihn verliebt…


(Link: YouTube)

[via Eisenbahnforum]

Weihnachten, wie sich’s gehört

715. Tatort: Granit (ORF / RBB)

Ermittler: Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), Inspektor Franz Pfurtscheller (Alexander Mitterer)

Ein Bergdorf in Tirol zur Weihnachtszeit: Drei Brüder, ein Hof, eine Fernsehmoderatorin und ein ermordeter Steinbruchbesitzer. Ein Fall für den gerne in Tirol verweilenden Chefinspektor Eisner.
Peter Gufler (Lucas Zolgar) erwürgt den Steinbruchbesitzer Helmut Pechtl (Ludwig Dornauer), weil er einsehen will, daß sein Vater Erich (Simon Schwarz) den Hof an den Bruder Heinz (Andreas Lust) verloren hat. Heinz Gufler arbeitet für den Steinbrecher, dem der Hof im Weg ist.
Dem Fall widmet sich nicht nur der Inspektor aus Wien sondern auch die Fernsehmoderatorin “Akut-Agnes” Aichinger (Muriel Baumeister), die aber nicht herzlich willkommen ist. Sie hat in ihrer Sendung einige Jahre zuvor den Freund des ältesten Guflers, der Lehrer Walter (Corenelius Obonya), vor Millionenpublikum als Kinderschänder stigmatisiert. Der hatte sich daraufhin im See ertränkt. Walter wil sich an der Fernsehmoderatorin Agnes, die mit Eisner Weihnachten feiert, rächen, endet aber Heiligen Abend selber im See.
Zum Schluss kommt Eisners Tochter Claudia (Sarah Tkotsch) und feiert mit ihrem Papa Weihnachten, wie sich’s gehört.

Eine finstere, aber leider vollkommen verwirrende Geschichte von Felix Mitterer (Regie: Fabian Eder), der die Tirol-Tatorte schreibt. Teilweise wirklich gute Darsteller (Simon Schwarz, LucasZolgar, Cornelius Obonya und Julia Gschnitzer als Inspektorenmutter hatten es nicht leicht, die richtigen Spuren im Schnee der Geschichte zu finden.

Fielitz und andere Tatort-Gucker haben zugeschaut; mehr Informationen gbt’s im Fundus.

(Bild: ORF)
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