Monthly Archive for Oktober, 2008

Frag Mente

Es ist ein Kreuz mit diesen Upgrades…

Die Aufbrezelung von WordPress 2.5.1 auf 2.6.3 ist ziemlich daneben geggangen. Das Theme verträgt sich mit der neuen Software nicht. Die deaktivierten Plugins haben auch nur rumgesponnen. Es hat geholfen, alle Plugins rauszuschmeißen.
Wenigstens funktioniert jetzt der Bilder-Upload…

Es wird noch ein wenig dauern, bis die Seite aussieht wie zuletzt, aber jetzt muss ich einkaufen…

Nachtrag:
Dafür funktioniert die Suche in diesem Blog wieder!

Vorbei…

I feel Horst

Heute wurde Horst Seehofer zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt. Entgegen aller Berichte bedurfte es dazu allerdings nicht der Rücktritte von Erwin Huber und Günther Beckstein, sondern eines handfesten Mords.
Ein wichtiger Strippenzieher gefährdete Seehofers Pläne. Dieser Mann musste beseitigt werden. Wir haben auch alle Anstrengungen unternommen, um das Vorhaben umzusetzen. Eine Zeitbombe in seinem Dienstwagen bayerischen Fabrikats wurde gezündet. Es muss in der Schellingstraße gewesen sein, als sie zündete. Der Mann war aus dem Weg geräumt.
Ich machte mich auf den Weg zur Staatskanzlei und konnte Seehofer im Hofgarten verkünden: “Herzlichen Glückwunsch, Horst! Du wirst’s.”

Ich habe gestern abend meiner Chefin gesagt, daß ich mich mal wieder über einen Monat ohne Nachtbereitschaft freuen würde. Dieser Traum bei schlechtem Schlaf bekräftigt meinen Wunsch…
Der Kollege aus der Physiotherapie trug heute ein T-Shirt mit der Aufschrift “I feel Horst”.

Unterwegs mit dem ADAC

Ich fahre nicht viel Auto. Genau genommen fahre ich überhaupt nicht Auto, weil ich nur Beifahrer bin. Dennoch habe ich in den letzten Jahren zweimal Bekanntschaft mit den gelben Engeln gemacht.

Wir waren auf dem Weg nach Köln, als der große Lancia unsere Last nicht mehr tragen konnte, und der linke Vorderreifen am Kilometer 546 auf der A 5 schwächelte. Die Panne war vor Ort nicht zu beheben, und so wurde der Wagen in die Werkstatt geschleppt, und wir landeten zu später Stunde in Weinheim an der Bergstraße und urften auf Kosten des ADAC dort übernachten. Zu essen bekamen wir, es war mittlerweile nach 22 Uhr, nichts mehr, da man dort auch am Freitag abend lieber zuhause isst. Die flüssige Nahrung ist dort nicht empfehlenswert. Zum Glück war die talienische Diva am nächsten Morgen wieder hergestellt, so daß wir die Weiterreise nach Köln fortsetzen konnten.

Gestern gab es die nächste Begegenung. Ein ostdeutscher Marder fand an einem unserer Busse Gefallen und biss einen Schlauch durch, so daß wir eher kriechend denn fahren vorwärts kamen. Wir schleppten uns zum Autohof in Zwickau-Ost an der A 72. Und warteten. Und warteten. An einer Agip-Tankstelle. Hätte die Sonne nicht geschienen, wäre das Ambiente so richtig trostlos gewesen. Blühende Landschaften bekam man nicht zu sehen, aber solche Örtlichkeiten sind so anonym und auswechselbar gestaltet, daß es auch Wilnsdorf an der A 45 oder der Rasthof Nürnberg-Feucht an der A 9 hätte sein können. Nach etwa eineinhalb Stunden kam dann endlich ein gelber Van, der lt. des zweiten Telefonats schon nach 20 Minuten hätte eintreffen sollen. Der Marder wurde zwar nicht zur Rechenschaft gezogen, aber der Schlauch erneuert, so daß wir doch noch am selben Nachmittag die Fahrt fortsetzen konnten.
Warum der umfangreiche Fuhrpark meines Arbeitgebers nicht ADAC-versichert ist, sondern die Mitgliedskarten der Kolleginnen herhalten müssen, sollte vielleicht auch mal geklärt werden.

Prosecco zum Frühstück

Mein Arbeitgeber hat mich wieder auf Reisen geschickt. Mit zehn Kolleginnen und einem Kollegen ging es nach Chemnitz zu einer Tagung. Wir durften in einem für uns im sozialen Bereich Tätigen edel anmutenden Hotel nächtigen. Wer Selbstversorger-Freizeiten auf Hausbooten und Fortbildungen in Einrichtungen mit Übernachtungen in deren Internatsräumen gewöhnt ist, ist in so einem Luxusschuppen einer vollkommen unbekannten Reizüberflutung ausgesetzt.
Vollkommen hotelunerfahren bekommt an der Reception eine Karte ausgehändigt, wie man sie sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Nach einigen Fehlversuchen führt sie einen ins Einzelzimmer, das eigentlich ein Doppelzimmer war. Man wird vom Fernseher (Bild) begrüßt, der aber den Namen wieder falsch geschrieben wiedergibt. Aber das ist einem Übermittlungsfehler durch den Arbeitgeber geschuldet… Etwas seltsam mutet die Spreewaldgurke in der Dose an. Ich wusste gar nicht, daß Chemnitz so weit nördlich liegt. Die Glotze bietet Pay TV mit erotischen Filmen, die aber zusätzlich kosten (ich wollte am Tag der Abreise nicht, meine Vorgesetzte wissend, den Porno-Obolus entrichten). Das Bad. Man muss sehr narzisstisch sein, um an der verspiegelten Wand bei sehr intensiver Beleuchtung Gefallen finden zu können. Sehr eindrucksvoll waren die zwei Duschköpfe, von denen ich den großen, der eine Fläche von ca. 50 cm hat, nicht zum Laufen gebracht habe. Für Hotel-Ignoranten wie mich wäre eine Gebrauchsanweisung nicht schlecht. Leider gab es keinen Bademantel zum Mitnehmen. Dafür konnte man sich im Bad beschallen lassen. Das Radio, das über die Universalfernbedienung einzustellen war, lief bei mir allerdings auch nicht. Warum es in dem Zimmer drei Telefone gab, konnte ich mir nicht erklären.
Ein wenig übermüdet begab ich mich nach der ersten Nacht zum Frühstücksbuffet. Das war zu viel für mich. Sieben verschiedene Brote, diverse Semmelsorten, allerlei Plundergebäck und Croissants überforderten mich. Ein wenig enttäuschend waren die Wurst- und Käseplatten. Den Käse kannte ich aus dem Fernsehen, die Wurst aus dem Supermarkt. Was soll’s, ich habe mich über die American Pan Cakes hergemacht und den Cappuccino aus dem Vollautomaten genossen. Auf den gekühlten Prosecco haben wir verzichtet. Im Osten scheinen die Uhren langsamer zu gehen, denn sowohl das Drei- als auch das fünf-Minuten-Ei waren hart. Ein Fall für Loriot!
Wirklich schäbig war allerdings das Treppenhaus. Dort war vom Prunk des Hotels nicht zu sehen. Die Treppen mit PVC-Boden und anonymer Edelstahltür sind wohl nur für kalte Abreisen vorgesehen.
Leider hatte ich zu wenig Zeit, um mich mit all den Hotel-Gimmicks eingehend zu beschäftigen.

Damit ich mich an diesen Komfort nicht gewöhne, gibt es in drei Wochen wieder den Charme von Jugendherbergen. Zwei-Bett-Zimmer, spartanisch eingerichtet, mit zwei Etagenduschen…

Bremsspuren

Beim Stöbern in meinen Ausbildungsunterlagen (ja, ich habe über zehn Jahre nach Beendigung nach einem bestimmten Thema gesucht), bin ich auf das Schreiben unseres damals 60 Jahre alten Direktors (ein Philanthrop!) gestoßen, das 12 Männer unter 120 Frauen bekommen haben:

Sehr geehrte Herren,

als, geschlechtlich gesehen, einer von Ihnen benutze ich dieselben Örtlichkeiten wie Sie.
Dabei ist mir aufgefallen, daß jemand unter uns sein muß, der die Klobürste bzw. deren Gebrauch noch nicht kennt. Sollte hier Lernbedarf bestehen, bin ich gerne zu einer Kurzeinweisung bereit. Die Bremsspuren unserer Verdauung sollten wir nicht anderen überlassen.

Die Damen der Lehrgänge 94 und 95 haben sich darüber beschwert, daß in der Toilette im Hochparterre oft die Brille verspritzt sei. Bitte klappen Sie vor dem Urinieren die Brille hoch. Mit einem Stück Klopapier bekommen Sie auch den Rand der Schüssel wieder trocken.

Ich bitte Sie um Rücksicht auf andere, auch in diesen ausnahmslos persönlichen Angelegenheiten.

Freundliche Grüße

Kleine Randbemerkung:
Eine Zeit lang waren die Damentoiletten wegen achtlos in die Schüsseln geworfener Tampons verstopft…

Unglückliche Fußballer, glückliche Zuschauer

Daß der Bayerische Rundfunk hier mitliest, weiß ich spätestens seit Ende Juli. Der BR wird sicher nicht aufgrund dieses Artikels Isabella Müller-Reinhardt vom montäglichen Sportstammtisch fernhalten.
Glaubt man ihrem Gefühl, werden die Fußballer zukünftig unglücklich sein. Die Zuschauer werden froh sein.

Ob die Zielgruppe mit Waldemar Hartmann glücklicher ist, ist wieder ein anderes Thema…

Ende einer Zweierbeziehung

708. Tatort: Brandmal (WDR)

Ermittler: Max Ballauf (Klaus J. Behrendt), Freddy Schenk (Dietmar Bär); Sekretärin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt), Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth (Joe Bausch), Staatsanwalt von Prinz (Christian Tasche)

So weit war ich schon. Aber dann meinte die Bildröhre meines erstgekauften Fernsehers, den ich am Rosenmonatg des vergangenen Jahres für € 110,- im Sozialkaufhaus erworben hatte, sich zu verabschieden. Das Malheur zeichnete sich schon gestern abend ab, als das Bild immer verzerrter wurde…
Das ist ärgerlich: Wurde doch dieser Tatort schon vor seiner Ausstrahlung heftig krtisiert. Und der letzte derart umstrittene Tatort wurde nach seiner Erstausstrahlung in den Giftschrank gesperrt..

Mal sehen, vielleicht reiche ich noch die angebrochene Kritik zum Hanns Christian Müller-Tatort nach, die ich vor einigen Wochen begonnen habe…

Die Freundin C., deren Zweit-Unterhalter neulich aus Angst vor Reich-Ranickis Brandrede ebenfalls sein irdisches Dasein beendete, meinte, es gäbe eigentlich nur Flachbild-Fernseher zu kaufen…

Als Trostpflaster gibt es einen Song von Rainhard Fendrich


(Link: YouTube)

Tante Edit:
Sopran hat geguckt, andere Tatort-Interessenten auch.

Ein bayerisches Fohlen

Unser Jahrgang hat keine berühmten Persönlichkeiten hervorgebracht. Keinen Politiker oder eine C-Prominente wie Kader Loth, auch keine aus Film und Fernsehen bekannte Darstellerin.

Aber wir hatten immerhin einen Fußball-Nationalspieler in unseren Reihen: Max Eberl.
Er hat es zwar nicht bis zu Ribbecks Rumpelfüßlern geschafft, aber er war ein veritabler Jugendnationalspieler. Er spielte bis bis 1993 beim FC Bayern München und durchlief alle Jugendmannschaften und gehörte dem B-Jugendteam an, das 1989 die deutsche Meisterschaft (u.a. mit dem Ex-Nationalspieler und heutigen Bayern-Teammanager Christian Nerlinger an der Seite) an die Säbener Straße holte.
Vielleicht wäre für ihn in der Bundesliga mehr drin gewesen, wenn er nicht heute genau vor 17 Jahren in der Drei-Trainer-Saison unter Sören Lerby in Stuttgart (beim VfB; die Heimpleite gegen die ebenfalls erstklassigen schwäbischen Kickers führte zu Heynckes’ Rausschmiss) sein Debüt im Profifußball gefeiert hätte. Zu feiern gab es eigentlich nichts, denn das Spiel in Stuttgart mit 2:3 ging verloren, der kicker würdigte seine Premiere mit einer 5, und er wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Autogramme musste er in der Schule am darauffolgenden Montag dennoch reichlich schreiben.
Rund zwei Jahre wechselte er zum VfL Bochum, wo er auch nicht recht zum Zuge kam. 1997 ging’s nach Fürth, die gerade nach 14 Jahren wieder in die zweite Liga aufgestiegen waren. Anderthalb Jahre später erinnerte sich sein Trainer aus der DFB-Jugend, Rainer Bonhof, an ihn und holte ihn zur abstiegsbedrohten Borussia nach Mönchengladbach. Den Abstieg konnte er nicht verhindern. Doch am Bökelberg etablierte er sich unter Hans Meyer und trug mit 9 Toren Gelben Karten maßgeblich zum Wiederaufstieg in die Bel Etage des deutschen Fußballs 2001 bei. In 104 Bundesligaspielen räumte er in der Abwehr alle Gefahren aus dem Weg, gab zwei Vorlagen, schoss kein Tor und kassierte beachtliche 32 Gelbe Karten. 2005 beendete er verletzungsbedingt seine Karriere und wurde Nachwuchskoordinator am Niederrhein.

In der Schule bekamen wir Max Eberl ihn vor allem in den letzten Jahren wegen seiner Verpflichtungen auf dem Fußballplatz nicht mehr häufig zu sehen. Wenn er da war, hatten wir immer eine Menge Spaß mit ihm. Sehr beliebt war der Spott über einen Bundesliga-Emporkömmling, der einige Jahre später als Hartz IV-Empfänger in den Medien auf zweifelhafte Art bekannt wurde. Im Sportunterricht diente er den Lehrkörpern als Vorturner und entschied die wenigen Fußballspiele, die stattfanden, in der Regel alleine. Daß er mit einer der Jahrgangsschönsten liiert war, versteht sich eigentlich von selbst.

Heute wurde der Max vom Jugendkoordinator zum Sportdirektor der Fohlen befördert, was Dülp vom Bolzplatz wie folgt einschätzt:

Max Eberl auf dem Sportdirektor-Posten ist ein Mann, der aus dem eigenen Stall aufgebaut wurde und vor Jahresfrist auf gleicher Position bei einem ambitionierten Zweitligisten hätte anfangen können. Er hat aber vorgezogen, bei Gladbach in der Jugendarbeit zu bleiben und erntet nun die Früchte seiner Loyalität. Bei ihm kann man sich zumindest sicher sein, dass er mit vollem Herzen dabei ist. Inwieweit er Standards setzen kann, muss sich herausstellen. Seine Kompetenz ist nicht einzuschätzen. (Link)

Er ist nun formal der Vorgesetzte des wiederverpflichteten Hans Meyer (mit der er sich auch auf russisch unterhalten kann), unter dem er seine Blütezeit erlebte. Möge das Datum kein schlechtes Omen sein…

(Bild: Kidsactive)

Beobachtung statt Verklärung

Als Nachklapp zum Haider-Hype noch ein Zitat des Lindwurms, der zur Trauerfeier u.a. bemerkt:

Dass “ganz Klagenfurt im Ausnahmezustand” gewesen sei, war nicht zu erkennen. Die kleine Innenstadt war natürlich weitgehend abgesperrt, was auch den Sicherheitsbedürfnissen der hochrangigen Trauerschar geschuldet war, aber dass wahre Massen von weinenden Kärntnern ganz Klagenfurt besetzt gehalten hätten, war weder im Fernsehen zu erkennen, noch konnte ein Lokalaugenschein des Lindwurms diese Falschmeldung bestätigen. (Link)

Das ORF-Landesstudio Kärnten sieht das anders:

Kärnten hielt inne, Klagenfurt stand still
Wie groß die Anteilnahme der Bevölkerung am Unfalltod Jörg Haiders ist, war überall zu spüren. Kärnten hielt inne, Klagenfurt stand still. Dicht gedrängt harrten die Menschen hinter den Absperrungen vor dem Landhaushof aus, um noch einen letzten Blick auf den Sarg Jörg Haider werfen zu können.

Die Kronenzeitung beobachtete auch nur Trauernde…

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