Monthly Archive for Juli, 2008

Plakatierer haften für ihre Aussagen

Nein, man muss kein Freund der geplanten zweiten S-Bahnhröhre sein, die sich u.a. mitten unter Haidhausen erstrecken soll und dem Viertel nach dem Zank um den Wiener Platz ein neues Streitthema liefert. Der Tunnelaktion ist auch zugute zu halten, daß sie nicht nur einfach gegen das Projekt ist, sondern auch (sinnvolle) Alternativvorschläge (Südring!) liefert. Andere Bürgerinitiativen könnten sich davon eine Scheibe abschneiden
Aber die Bürger zur Bürgerversammlung (an der ich aus dienstlichen Gründen nicht teilnehmen konnte) mit der Argumentation, daß Baustellen gefährlich für Kinder seien, zu bewegen, ist wirklich sehr billig.

Nur so als Information: der Haidenaupark kann auch nur entstehen, weil dem eine Baustelle vorausgeht…

No Talk

Man sagt mir nach, daß es mir leichtfiele, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Es stimmt auch: kaum ein Gesprächsthema, über das man mit mir nicht reden kann.

Nach einem intensiven Halbjahr mit dem normalen Gruppenwahnsinn, Arbeitskreisen, Festivitäten und vor allem keinem Urlaub stelle ich fest: Ich bin zur Zeit nicht einmal mehr Small Talk-fähig. Ich musste mich beim gestrigen Fest regelrecht zwingen, mich an den einen oder anderen Tisch zu setzen, um über nix zu sprechen. (Daß sich hier zur Zeit thematisch nicht viel rührt, hat auch mit meiner vollkommenen Leere zu tun. Ich werde über Gastautoren nachdenken.)
Dankbar zeige ich mich, wenn mir Fragen oder Themen vorgegeben werden (dazu in den nächsten Tagen mehr).

Noch zwei Tage, dann habe ich endlich Urlaub…

Schräg abgeseilt


(Bild: Hendrik128 / Wikipedia Commons)

Freiburg gilt als die Musterstadt für die Renaissance der Straßenbahn im Nachkriegs-Deutschland. Während bis unmittelbar vor der Wende fröhlich Straßenbahnbetriebe eingestellt wurden, erschloss man mit einem Brückenschlag Mitte der 80er Jahre für die beschauliche Stadt am Rande des Schwarzwalds eine Trabantenstadt mit einer Straßenbahn, gab ihr die Liniennummer 1 und entfachte damit bundesweit einen Boom. Im Laufe der letzten Jahre hat man das Schienennetz, das 70 Jahre mehr oder weniger unverändert geblieben war, verdoppelt.
Aber darum soll es hier nicht gehen (denn das ist wirklich ein eigenes, sehr umfangreiches Thema).

Ende der 60er Jahre wurde eine beliebte Freiburger Einkehr wesentlich unspektakulärer mit einem anderen Verkehrsmittel angebunden. Der Dattler auf dem Schlossberg, den man bis dato nur mühselig zu Fuß erklimmen konnte, bekam eine Seilbahn, die knapp 40 Jahre ihren Dienst an der schlemmenden und Aussicht über Freiburg genießenden Kundschaft verrichtete. Vor über einem halben Jahr wurde sie abgebaut, weil der Betriebsleiter der Bahn kündigte und bevorstehende Instandsetzungsarbeiten für zu teuer erachtet wurden.
Um die potentielle Kundschaft nicht vollkommen vor den Kopf zu stoßen, entschied man sich, die Bahn als Schrägaufzug wieder aufzubauen. Seit zehn Tagen fährt die Bahn wieder als Schlossberg-Bahn.

Wer in Freiburg ist, sollte sich das Vergnügen nicht entgehen lassen. Denn die Münchner kommen seit dem Umabu am Marienplatz nicht mehr in den Genuss eines Schrägaufzugs…
Bei den Freiburger Stadtbloggern gibt es ein Zeitraffervideo vom liebevoll genannten Schlossbergbähnle.

Mittwoch nachmittag

Es tut immer wieder gut, sich dem hektischen Großstadttreiben ein wenig zu entziehen und sich für einen überschaubaren Zeitraum (also etwa eine Woche) ein wenig ländlicher zu orientieren. Da bietet sich zum Beispiel die schwäbische Alb an, die neben Hergottsbscheißerla Pässe und viel Grün zu bieten hat. Man sollte aber berücksichtigen, daß die Annehmlichkeiten des Großstadtlebens nicht unbedingt mit der Erholung auf dem Land korrespondieren. Denn es nicht selbstverständlich, daß man an jedem Eck bis um 20 Uhr einkaufen kann. Bei unserer Rückfahrt von der Burg Hohenzollern fuhren wir unter anderem durch Weilstetten. Das ist ein Stadtteil von Balingen mit vielen Einfamilienhäuschen und kleineren Geschäften. Diese Läden hätten wir beinahe übersehen, weil sie alle geschlossen hatten. Das hatte auch zur Folge, daß die wenigen Straßen wie ausgestorben wirkten. Wenn nix offen hat, hält man sich anscheinend auch nicht draußen auf. Dabei spielt es keine Rolle, daß die Sonne scheint, was in letzter Zeit nicht häufig vorkam. Nein, Schulferien waren auch noch nicht. Wir haben das ganze Viertel umfahren, weil wir es nicht glauben konnten den Weg zu unserem Feriendorf in Tieringen verpasst hatten.

Wer also in ländlichere Gefilde reist, sollte sich vor dem Einkaufen vergewissern, an welchem Nachmittag die Geschäfte des Ortes geschlossen haben. Steht man erst einmal vor verschlossenen Türen, ist es zu spät. Fragen kann man auch niemanden, weil zu diesem Zeitpunkt eben auch die Aufgaben der Kehrwoche erledigt werden.

Volksgarten²

Mini-Bloggertreffen sind eine feine Sache. Neben den angenehmen Leuten wird auch Wert darauf gelegt, anständig essen zu können. Man muss nur wissen, wo.
Diesmal war der Volksgarten vorgesehen, und ich freute mich schon, das Lokal per pedes erreichen zu können. Bei meiner Recherche habe ich allerdings nicht berücksichtigt, daß München nicht nur zwei botanische Gärten und zwei Marienplätze hat, sondern auch zwei Volksgärten. Natürlich bewegte sich meiner einer zielsicher auf den falschen Volksgarten zu. Dieser liegt nicht gerade in einem der schönsten Ecken von München. Die Bürokomplexe an der Rosenheimer Straße haben zwar beeindruckende Innenhöfe, die aber bei trüben Wetter nicht besonders einladend sind. In einem dieser Innenhöfe befindet sich die Freiluft-Bar des Volksgartens, die aber nicht geöffnet hatte. Das Lokal dazu habe ich nicht gefunden, und hätte mich der Ex-Kollege, der sich nach seiner Leibesertüchtigung im dort ansässigen Fitnessstudio auf sein Radl schwang, nicht darauf aufmerksam gemacht daß es noch einen Volksgarten gebe, wäre ich wohl wieder unverrichteter Dinge nachhause gegangen. Wo der andere Volksgarten ist, konnte er mir nicht sagen, dafür die Auskunft. Als die Dame “Brienner Straße” sagte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Am Volkstheater gibt es auch noch einen Volksgarten. Dort traf ich dann mit einstündiger Verspätung ein.
Dieser Volksgarten ist nicht nur wegen des Theaters ein wenig kultivierter, auch das Burger-Fleisch ist bio. Leider war es dann schon recht finster, um ein schönes Erinnerungsbild von diesem kleinen, lokalen Ereignis zu schießen, weil in München der Herbst schon Ende Juli ausbricht.

Um derartige Verwechslungen zukünftig zu vermeiden, haben wir nach dem Treffen Handynummern ausgetauscht…

Thank you for being a golden girl


Golden Girls Full TV Theme – MyVideo

Estelle Getty, die Sophia aus den Golden Girls ist tot.

Otto zum 60.

(Link: YouTube)

Er lebe hoch (und mit ihm auch Robert Gernhardt)!

Flaschenpost

Flaschenpost

Madness: One Step Beyond

Zum Abschluss der Konservenwoche gibt es noch ein wunderbares Stück von der britischen Formation Madness. Die Woche wird wahrscheinlich für mich wieder organisierter Wahnsinn gewesen sein, und ob ich mich einen Schritt ins Jenseits bewegt habe, wird man sehen…
(Link: YouTube)>

Da geht noch mehr!

Verwaltung macht einen Park erst so richtig schön! Das gilt natürlich auch für den Englischen Garten. Zum Glück hat das der Verwalter Thomas Köster richtig erkannt und handelt ganz im Sinne seines Vorgesetzten, der bekanntlich nicht nur die Finanzen zusammenhält, sondern auch Chef der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung ist. Eine wunderbare Kombination! So hält der clevere Niederbayer die Finanzen zusammen, ohne daß sich jemand in Neuhaus am Inn oder in Oberviechtach darüber beschweren könnte.
Und sind wir ehrlich: Hunde gehören an die Leine! Das Surfen ist schon lange verboten, wurde nur nie geahndet. Aber es lässt sich aus dem Naherholungsgebiet noch viel mehr rausholen.
Die Trambahn hat man erfolgreich verhindert. Aber der Bus fährt immer noch durch den Englischen Garten! Warum nicht die MVG mit einem saftigen Zoll belasten? Das Kiffen Rauchen gehört schon lange verboten. Es reicht schon, daß jede Kneipe zum Raucherclub werden kann. Der Alkohol lässt sich schwer verbieten, wenn die staatliche Hofbrauerei am Chinesischen Turm das Bier ausschenkt. Aber daß wild Augustiner (oder gar Tegernseer!) getrunken wird, wird sich doch durch einen ordentlichen Wachdienst verhindern lassen.
Und es muss ja auch nicht sein, daß die nicht harmonisierenden Gesellschaftsgruppierungen aufeinandertreffen. Karl Valentin hat sich dazu schon vor über 60 Jahren ausgelassen. Montags die Senioren, dienstags die Familien, mittwochs die Tierfreunde, donnerstags die Jugendlichen, freitags die Schwulen und Lesben, und am Wochenende darf sich der Park erholen. Das Ganze natürlich nur gegen Eintritt, denn schon der findige Vespasian hat festgestellt: Pecunia non olet.

Auch die Liberalitas Bavariae ist nicht zum Nulltarif zu haben!

(Bild: Torsten Henning / Wikipedia)
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