So steht’s bei Muttern (alleinerziehend, erwerbstätig) am Herd.
Die Diskussion um Krippenplätze, verwahrloste Kinder und das polemisch als Herdprämie bezeichnete Betreuungsgeld zeigt es wieder nur allzu deutlich: inhaltlich kommt sehr wenig, sei es von den Politikern oder den transportierenden Medien. Die SPD verhält sich wieder mal bei der Familien- und Bildungspolitik wie das Kaninchen vor der Schlange: sie weiß nichts beizutragen. Da der neue Arbeitsminister erst eingearbeitet werden muss, mag man dafür vielleicht noch Verständnis aufbringen…
Dennoch ist es interessant, daß die eigentlichen Auseinandersetzungen um das umstrittene Betreuungsgeld vornehmlich unionsintern ablaufen. Und die SPD ergötzt sich an dem Wort Herdprämie (auch Gluckengehalt genannt).
Es ginge doch ganz einfach, wenn man denn nur wollte:
Steckt Euch das Betreuungsgeld an den Hut! Schafft dafür kostenfreie Krippen- und Kindergartenplätze, investiert in entsprechend ausgebildetes Personal (anstatt daran zu sparen) und lasst dann die Eltern entscheiden, ob sie das Angebot in Anspruch nehmen wollen oder nicht.
So schlimm es auch sein mag: es werden immer wieder Kinder verwahrlosen. Aber schert nicht 90 Prozent über einen Kamm mit einer Minderheit, die man wohl weder mit verpflichtenden U-Untersuchungen (auch so ein bürokratischer Vorschlag, der in erster Linie wieder Geld kostet, das anderer Stelle fehlt), Betreuungsgeld oder regelmäßigen Jugendamtsbesuchen erreichen wird.
Ja, das kostet Geld, richtig Geld. Und man muss für diese Idee über den nächsten Wahlsonntag hinaus denken.
Den Kritikern des Betreuungseldes, die ansonsten nichts zu dieser Debatte beizutragen haben, sei noch gesagt: Kinder-, Erziehungs-, und Elterngeld werden auch nicht in Naturalien oder Bezugsscheinen für Windeln oder Schulbücher ausgezahlt. Auch bei diesen Zahlungen besteht die Gefahr, daß sie in Flachbildschirme oder einen Satz neuer Winterreifen investiert werden.
Außerdem impliziert dieser Vorwurf doch ein recht böses Bild über Eltern, der mit Misstrauen noch höflich umschrieben ist. Denn so sagt der Soziologe Michael Opielka:
Weder die alltägliche Anschauung noch die Jugendhilfestatistik lassen den Schluss zu, dass alle Eltern das Geld für ihre Kinder in Schnaps oder Flachbildschirme umsetzen. Im Gegenteil: Repräsentative Studien von Armutsforschern zeigen, dass die meisten Eltern eher an sich selbst sparen als an ihren Kindern. (WDR / Hart aber fair)
Und, liebe Sozis, passt auf:
Wer sich nicht wehrt, muß an den Herd – ob mit oder ohen Betreuungsgeld. Auch eine große Koalition findet mal ihr Ende.
Die Frankfurter Kommissare Charlotte Sänger (
Lena (

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