Monthly Archive for Februar, 2007

Trockene Angelegenheit

Ich habe mich noch nicht gesondert mit Klopapier beschäftigt. Man braucht, hat es (oder eben gerade nicht). Bis ich an einem Januartag beim Spazierengehen mit den Kindern auf eine unversehrte Packung “Hakle plus Kamille” gestoßen bin. Die hatte wohl jemand beim zu eiligen Verlassen des Edeka-Marktes in der Renatastraße verloren. Meine Kolleginnen waren auf diesen Fund nicht scharf, sondern animierten mich zuzugreifen. “Kostet nicht die Welt”, dachte ich mir und nahm die Packung mit, um sie dann noch ein paar Tage in der Arbeit liegen zu lassen.

Es ist in der Tat faszinierend, was Klopapier so alles anrichten kann. Der Kamillegeruch ist sehr penetrant, so daß es jetzt auf meiner Toilette nach seltsam schmierig danach riecht. Diesen Geruch stelle ich mir sehr gut bei Familien vor, die so seltsame Geruchskiller in ihrer Schüssel beherbergen. Ich finde ihn einfach unangenehm.
Hinzu kommt, daß man der Kamille nachsagt, bei übermäßiger Nutzung die Magenschleimhäute auszutrocknen. Da scheint nicht nur für Schleimhäute zu gelten, sondern auch für Papier. Ich habe selten härteres Klopapier zwischen die Finger bekommen – bretthart!

Wenn diese acht Rollen aufgebraucht sind, werde ich wieder reumütig zu Aldi oder Penny zurückkehren. Drei Lagen ohne Duft – so soll es sein. Und billiger ist es wohl auch…

Zurück zu den Medien

Nein, ich habe das Buch nicht gelesen. Ich werde es auch nicht lesen. Das Thema, mit dem sie von den Medien fleißig hofiert wurde, interessiert mich schon Berufs wegen, aber diese Militanz, mit der sie ihre Thesen vortrug, fand ich einfach nur unangenehm.

“Zurück an den Herd” trommelte das Magazin Cicero im Mai vergangenen Jahres und gab damit den Startschuß für Eva Hermans Buch “Das Eva-Prinzip”, das im Herbst veröffentlicht wurde. Neben hämischer Kritik erntete sie vor allem viel Aufmerksamkeit (u.a. vor der Bundespressekonferenz). Unter dem Aspekt erschein es logisch, daß sie für die Tagesschau keine Zeit mehr hat.

Hatte sie für dieses Buch eine Co-Autorin, hat sie für das Nachfolge-Werk gleich ganz viele: “Liebe Eva Herman” besteht fast ausschließlich aus Leserbriefen. Das erinnert mich irgendwie an alte “Aktenzeichen xy …ungelöst”-Zeiten, als es rund zwei Stunden nach der Sendung noch die Zuschauerreaktionen gab. Daß man Leserbriefe zu einem Buch als eigenes Buch veröffentlicht, ist mir neu.

Den Erlös aus diesen “tausenden Briefen und Emails aus dem Volk” spendet sie natürlich nicht Frau von der Leyens Krippeninititive , sondern dem Familiennetzwerk. Ja, ja, tue Gutes und sprich darüber. Bei “Hart aber fair” darf sie wohl nochmal ihre Thesen untermauern…

Und ich frage mich: was macht eigentlich Susan Stahnke?

Der Geist von Franz Josef Strauß

Edmund Stoiber verabschiedet sich von “der Südkurve der CSU”

Drei Stunden hat er nun zu seinem Volk, das ihn vor vier Wochen verschmäht und ihm in der Dreiländerhalle heute wieder zu Füßen lag, gesprochen. Es war der “voraussichtlich letzte Aschermittwoch mit Stoiber” (Markus Söder). Nein, das wollen wir doch nicht hoffen. Er soll schon nocht etwas von seinem Leben nach der großen, bayerischen Politik haben.

Seiner 46-seitigen Rede war nichts Neues zu entnehmen. Er lästerte über die anderen Parteien, hob die Errungenschaften seiner Amtszeit und seiner Partei hervor, wetterte gegen einen möglichen EU-Beitritt der Türkei, usw..

Aber es ist wirklich wirklich bemerkenswert, daß auch 18 Jahre nach seinem Tod Franz Josef Strauß immer noch über der CSU schwebt. Der abdankende Stoiber erwähnte seinen Vor-Vorgänger und Ziehvater in seiner Rede alleine zehn Mal!
“Eine starke und volksnahe Partei zu sein und zu bleiben, heißt, nah an den Menschen zu sein. Franz Josef Strauß pflegte zu sagen: Wir müssen ‘dem Volk aufs Maul schauen, aber nicht nach dem Munde reden!’”
“Klarheit in der Haltung, Klarheit in der Sprache – das gibt es nur bei der CSU! Das hat mich Franz Josef Strauß gelehrt und das muss auch so bleiben!”
“Soziale Marktwirtschaft ist eben nicht Marktwirtschaft pur. Sie ist geprägt von Ludwig Erhard, der aus Nürnberg kommt, und erst Wirtschaftsminister und dann in Deutschland. Und sie ist natürlich geprägt von Franz Josef Strauß.”
Die anderen sieben folgenden Bezugspunkte schenke ich mir an dieser Stelle.

Von seinen potentiellen Nachfolgern wurde lediglich Erwin Huber erwähnt. Das hat er wohl dem Umstand, daß er als niederbayerischer CSU-Vorsitzender mehr oder weniger der Gastgeber ist, zu verdanken.
Renate Künast, die kein Regierungsamt mehr bekleidet, dagegen wurde zweimal erwähnt…

Insgesamt blickte Stoiber auf sich (“Deswegen habe ich als junger Mann meine berufliche Laufbahn gestartet im ersten Umweltministeriums Europas.”) und die CSU zurück. Und er drohte an: “Ich werde alles dazu beitragen, was ich kann, dass die CSU auch in Zukunft erfolgreich ist.” Um die heimischen Blumen darf sich auch nach dem 30.09. seine Frau kümmern.

Bei aller Selbstbeweihräucherung war Stoiber so galant zuzugeben, “dass die Partei nicht direkt die schöne Landschaft (Bayern) gemacht hat.” Will heißen: Die blühenden Landschaften, die Helmut Kohl einst den neuen Bundesländern versprochen hat, verdankt Bayern der tatkräftigen Unterstützung durch die CSU.

Und was passierte bei der “unter Minderheitenschutz” stehenden SPD in Vilshofen? Sie beschäftigte sich in erster Linie mit dem Requiem, “wo der Leichnam seinen eigenen Nachruf halten darf.”
Das ist zwar gut gebrüllt, Herr Stiegler, zeigt aber gleichzeitig das Dilemma der bayerischen SPD. Anstatt einen zünftigen Wahlkampf einzuläuten, zieht Ihr es vor, Euch mit mit der CSU zu beschäftigen. So wird es nicht mal hinhauen, die absolute Mehrheit zu knacken.
Das riecht eher nach 15% als nach 30%, liebe Genossen!

Django Asül wartet schon mit seiner Fastenpredigt – auf eine süffige Fastenzeit!

Nachtrag:
Im Manuskript ist natürlich nicht vom amerikanischen Präsidenten Breschnew de Rede…

Klub Ma:d

dBeim unsäglichen Möchtegern-Gäste-Versteher Beckmann waren unter anderem die krassen Komiker Erkan & Stefan zu Gast. Nun, die beiden haben in meinen Augen ihr schöpferisches Zenit überschritten, aber darauf wollte ich gar nicht hinaus.
Erkan & Stefan hatten ihre ersten Auftritte in der Comedy-Sendung Klub Ma:d, die zwischen 1995 und 1998 jeden 2. Samstag abend zwischen 22 und 24 Uhr auf Radio Energy gesendet wurde. Die Sendung wurde von Murmel Clausen und Max Witzigmann moderiert, die heute hinter den Kulissen u.a. für Michael “Bully” Herbig arbeiten. (Bully war wiederum in der Morningshow “Langemann & die Morgencrew” als Co-Moderator der weitaus originellere Part als der Hauptmoderator Markus Langemann.)

Nun war der Samstag abend eigentlich nicht der Abend in der Woche, den ich radiohörend zuhause verbracht habe. Aber die Sendung war im Gegensatz zu den Morningshows wirklich gut (und komisch), so daß ich nicht traurig war, wenn mal keine Verabredung zustandekam. So schaffte ich es meistens, daß ich die Sendung einmal im Monat hören konnte.

Die Gebrüder Clausewitz waren so nett und haben ihr Klub-Ma:d-Archiv geöffnet und Teile ins Netz gestellt. Mein Lieblings-Werbespot “Import, Export – das Spiel für die ganze Familie” ist leider nicht dabei, dafür aber “Schlabber Sabbel, der Sabberdackel” und die wunderbare Antenne-Bayern-Verarschung “Du kannst mich gern haben”.

Manchmal lässt sich das Rad der Zeit zumindest virtuell zurückdrehen. Meine grauen Haare werde ich zwar auch beim Anhören der Clips nicht los, aber die Rubrik heißt auch “When I was young”…

Der Ball der Möbelkäufer

Eine der dümmsten Werbungen die sich seit Jahren im Radio hält, ist ist die eines bayerischen Möbelhauses, für das Ottfried Fischer spricht. Ich mag den Fasching nicht, aber deswegen muß ich am Faschingsdienstag Nachmittag dort nicht, wenn alle anderen Geschäfte geschlossen haben, “zum Ball der Möbelkäufer” “antanzen” (O-Töne).

Otti, früher warst Du warst Du bayerischer Meister im Ochenreiten, heute bist Du nur noch eine Karikatur Deiner selbst.

Fasching?

Manch einer mag sich wundern, daß ein ausgewiesener Faschingsmuffel wie ich den Fasching vermisst. Den Fasching vermissse ich nicht. Ich wundere mich nur, daß ich gestern gerade mal zwei verkleidete Gestalten gesehen habe.

Auf dem Weg zur Arbeit gestern früh befürchtete ich schon eine alkoholdurchtränkte U-Bahnfahrt mit (de)maskiertem Publikum. Die Fahrt verlief erstaunlich ruhig – nicht mehr Alkokoholleichen als sonst auch. Und keine verkleideten Menschen.

Gestern abend auf dem Weg zum Stammtisch das gleiche Bild – niemand war verkleidet. Erst in der Nacht-Trambahn nachhause entdeckte ich Zwei, die wohl wirklich auf einer Faschingsfeier waren.

Auf der anderen Seite ist es auch wieder beruhigend…

Schluß nach einer Woche

Gestern abend war ich wieder beim großen Tengelmann in der Weißenburger Straße (der ehemalige Krone-Markt) Einkaufen. Im Gegenstaz zu dem Quetsch-Tengelmann am Ostbahnhof sind die Damen hinter der Kasse sehr freundlich – und mitunter auch sehr redeselig.

Die junge Dame an Kasse 1 (so um die 18) war alleine, bis ich zu ihr kam. Ihrer gleichaltrigen Kollegin an der 2 erzählte sie währendessen, daß sie mit ihrem Lover Schluß gemacht habe. “Was? Jetzt schon?” ” Ja, wenn er so blöd ist und sich von mir beim Fremdgehen erwischen lässt.” “Mit dem warst Du doch gerade eine Woche zusamen. Ist das der Typ?” ” Ja, ja.” Ich überlegte, mich in die Unterhaltung einzuschalten, weil mich Nummer 1 dabei freundlich anblickte. Da mir aber spontan nix einfiel, lächelte ich nur freundlich zurück und amüsierte mich innerlich. Das Paar nach mir (so um die 50) kam da etwas leichter ins Gespräch. Ich war gerade dabei, meine Errungenschaften einzutüten, als über die jungen Männer im allgemeinen lamentiert wurde. Die Frau meinte lächelnd, daß die jungen nix taugen würden. Nummer 1 bestätigte das mit einem Seufzer. Der Mann meinte, auf seine Frau blickend, daß wohl erst Männer ab 50 die nötige Reife hätten.

Ich ging ins Dunkel der Stadt…

Mit dem Mofa ins Stadion?

Gerhard Mayer-Vorfelder schlägt Friedrich Merz als Liga-Präsidenten vor

Um beide Herren war es in letzter Zeit recht ruhig geworden. Daran hat sich auch niemand so recht gestört. Gerhard Mayer Vorfelder, bis Herbst DFB-Präsident, hatte seinen letzten großen Auftritt, als Jürgen Klinsmann nach dem Sommermärchen seinen Rücktritt verkündete und sich bei dem neben ihm sitzenden und in dieser Stunde auffallend wortkargem MV für dessen Beistand nach dem Tod seines Vaters bedankte.
Spätestens nach Angela Merkels Wahl zur Kanzlerin war es auch um Friedrich Merz sehr ruhig geworden. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende und wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Union, mokierte sich eigentlich nur noch das Ansinnen, daß Bundestagsabgeordnete ihre Nebeneinkünfte offenlegen sollten.

Bis Anfang dieses Monats war es sehr ruhig um diese Herren geworden.

Mayer-Vorfelder wurde nach der spektakulären Wahl von Michel Platini zum UEFA-Präsidenten zu seinem Vize ausgelobt und ancierte so zum wichtigsten Deutschen in der Europäischen Fußball-Union. Friedrich Merz laudatierte erst dem Preisträger des “Ordens Wider des tierischen Ernst”, Joachim Hunold, nicht ohne dessen Firma während der Live-Übertragung in der ARD gebührend zu würdigen. Einige Tage später verkündete er seinen Abschied aus dem Deutschen Bundestag.
An diesem Spieltag (für Nicht-Fußballer: Wochenende) widerfuhr Herrn Merz doppelte Ehre: Die Süddeutsche Zeitung trug dem “überzeugten Marktwirtschaftler” an, doch “die Friedrich-Merz-Partei” zu gründen (diese Aufforderung habe ich doch allen Ernstes vor dem Frühdienst unter Ignorierung des Sportteils verschlungen). Und dann schlug Gerhard Mayer-Vorfelder via Bild (ich entschuldige mich für diesen Link) besagten Merz auch noch als Nachfolger des im Jaunaur verstorbenenen Liga-Präsidenten Werner Hackmann vor. Sollte Merz’ Ego je angeschlagen gewesen sein, dürfte es an diesem Wochenende erheblich gestiegen sein.
Die im kicker vom vergangenen Montag (14/2007, S. 42) gestellte Frage “Wird ein Politiker der neue Boss?” bekommt mit diesem Vorschlag eine ganz neue Note. Laut dieses Fußballmagazins wird am 15. März in der Sitzung des Ligaverbandes entschieden, “ob der neue Präsident eine externe Lösung aus der Wirtschaft oder Politik (beides träfe auf Merz zu) sein soll oder ‘Stallgeruch’ haben muss”.

Unabhängig von der Frage, ob ich MV’s Vorschlag als Faschingsscherz (oder das Ganze als Bild-Ente) einorden soll, frage ich mich, wie der potentielle DFL-Präsident Friedrich Merz ins Stadion kommen will. Will Friedrich Merz mit dem Mofa ins Stadion brettern? Ich meine, irgendwo gelesen zu haben (ich bin jetzt zu faul, das zu recherchieren. Merz’ Seite war gerade in Wartung, als ich diesen Artikel schrieb.), daß er BVB-Fan sein soll. Gibt es Mofa-Parkplätze vor dem Signal-Iduna-Park? Trinkt er sein Warsteiner mit den Fans in der Kurve, oder zieht er Lachshäppchen in der Loge mit seinem potentiellen Freund, dem BVB-Großaktionär Florian Homm, vor?
Alles Fragen, die, sofern der Vorschlag des deutschen UEFA-Emissärs Gerhard Mayer Vorfelder innerhalb DFB und der DFL noch Gewicht haben soll, von nicht unwesentlicher Bedeutung sein sollten.
Also, Friedrich, enttäusche Deinen Parteifreund Gerhard nicht. Sonst muß er den Joker ziehen – Edmund. Der braucht ab Oktober, wenn die Gartensaison endet, auch noch einen Job. Abgesehen davon, daß MV nicht mehr so viele Schlagzeilen abbekommt…

Da wir es vorhin schon mit dem Aachener Karnevalsverein hatten: Alemannia Aachen hat auch das dritte Heimspiel hintereinander gegen den FC Bayern gewonnen. Aachen hebt auch ohne Hunolds Fluggesellschaft ab, während München noch nie eine Faschingshochburg war. Nicht umsonst heißt der beste bayerische Film zu dem Thema: Kehraus.

Helau!

Ich habe nichts verstanden

“Gegen Kandinsky” in der Villa Stuck

Noch bis kommenden Sonntag wird in der Villa Stuck die Ausstellung “Gegen Kandinsky” gezeigt.
Ich habe sie mir mit einer Bekannten letzten Sonntag nach langer Nacht angeschaut. Tja, was soll ich sagen? Ich habe nichts verstanden. Daß Wassily Kandinsky recht abgefahren war und recht unterschiedlich gemalt hat, wusste ich bereits vorher.

Es werden en detail die unterschiedlichen Positionen dargelegt, diese anhand von Bildern, Photos und Skulpturen veranschaulicht, aber warum die Krümmung Kandinsky und nicht Alexander Rodtschenko zuzordnen ist, habe ich nicht verstanden.
Ich gebe gerne zu, daß mein Kunstverstand nicht sonderlich ausgeprägt ist, und dieser allenfalls auf Laien-Halbwissen beruht, aber auch meiner Begleiterin (immerhin eine angehende Ethnologin) wußte auch nicht weiter.

Wir gaben schließlich auf und zogen durch die historischen Räume und waren schwer beeindruckt ob dessen, was Franz von Stuck alles in seine Villa bauen ließ. Dort fragten wir uns, wie der gute Mann zu so viel Geld gekommen ist. Hat man als Akademie-Professor so viel verdient?

Endlich ist es raus!

Die Fans von Tokio Hotel sind nicht schwul

Eigentlich ist es vollkommen egal. Ist Homophobie so schlimm, daß man sich mittels eines Videos bei YouTube so dagegen zur Wehr setzen muß? Anscheinend schon…


(Link: YouTube)

Eltern, erzieht Eure Kinder! Dann bleiben ihnen solche Blamagen vor Millionenpublikum erspart.

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