Monthly Archive for August, 2006

Zwischen Wendelstein und Wendelstein

Wer früher stirbt ist länger tot (D 2006; R.: Marcus H. Rosenmüller)

Die Geschichte spielt im bayerischen Oberland. Die Hauptfigur ist der elfjährige Gastwirtssohn Sebastian, dem auf unschöne Wiese gesagt wird, daß er schuld am Tod seiner Mutter sei. Diesen Vorwurf nimmt er sich sehr zu Herzen, und so versucht er dem Fegefeuer zu entgehen, indem er eine Frau für seinen Vater sucht und ansonsten recht fromm werden will.
Der Stammtisch, der für ein Theaterstück probt, unterstützt ihn (“Jetzt trinkst a’ Halbe mit uns.”) und gibt kluge Tips, die er versucht umzusetzen
Beides gelingt ihm nicht so, wie er sich das vorstellt.
Am Grab der Mutter stehend hofft er immer wieder auf Zeichen, die er auch bekommt. Er versucht seinen Vater mit der verwitweten Nachbarin zu verkuppeln, der er merkwürdige Komplimente macht.
Er lernt das Gitarrespielen, weil er erfahren hat, daß das unsterblich macht.
Er wird immer wieder von Alpträumen geplagt, in denen ihm der Stammtisch als jüngestes Gericht erscheint.

Der Film ist eine wunderbare, komische Geschichte über Glaube, Angst, Liebe, Tod und Unsterblichkeit, der auch gut besetzt ist. Die Inszenierung ist an manchen Stellen etwas holprig, was aber verschmerzt werden kann.

(Ergänzt im Oktober 2007)

Sinn und Unsinn des Gleichbehandlungsgesetzes

Zum 1. August sollte das neue Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) inkrafttreten (daß dies noch nicht der Fall ist, liegt daran, daß der Bundespräsident zunächst nur mit heißer Nadel gestricktes Flickwerk zu lesen bekam). Einigen ist es vielleicht unter dem ursprünglichen Namen Antidiskriminierungsgesetz (ADG). Die Bundesrepublik folgt damit – sehr spät – einer EU-Richtlinie (pdf-Datei), die Ende 2000 beschlossen wurde.
In diesem AGG ist nun festgelegt, daß niemand aufgrund seines Geschlechts, seiner Herkunft, einer Behinderung, seiner sexuellen Identität, etc. bei der Stellenvergabe benachteiligt hat.

So weit, so gut.

Nun hat das Bundesjustizministerium auf Nachfrage festgestellt, daß es nicht gegen das AGG verstößt, Raucher als Bewerber abzulehnen.
Daß Raucher zur Zeit allen mäglichen Angriffen ausgesetzt sind, ist eine seit einigen Jahren zu beobachtende Tendenz, die sich auch bald in Gesetzen niederschlagen wird. Deutschland ist in dieser Bezeihung auch relativ spät dran.

Ich finde es dennoch scheinheilig, auf der einen Seite Gesetze zu verabschieden, deren Wirksamkeit ich stark anzweifle (im Zweifelsfall wird sich ein Arbeitgeber immer auf mangelnde Qualifikation rausreden), andererseits der Diskriminierung auf populistische Art und Weise Tür und Tor zu öffnen.
Ist es nicht vollkommen ausreichend, Arbeitsplätze rauchfrei zu halten? Sind Raucher per se schlechtere Arbeitskräfte?
Zahlt die Bundesagentur für Arbeit zukünftig Raucher-Entziehungskuren (in letzer Konsequenz müßte sie das eigentlich)?
Müssen Übergewichtige zukünftig mit ähnlichen Ausschlußkriterien rechnen? Darf man in Zukunft noch privat Sportarten wie Skifahren oder Fallschirmspringen treiben?

Chapeau, Legislative!
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5 Jahre im Männerrock-Forum

Es jährte sich dieser Tage zum fünften Mal, daß ich mir meinen ersten Rock gekauft habe. Bevor ich mich mit meiner damaligen Freundin auf die Suche begeben habe, habe ich im Männerrock-Forum ein wenig unsicher nach Bezugsquellen gefragt. Ich habe recht viele, wohlwollende Antworten bekommen.
Viel hat sich seitdem getan. Ich habe über das Männerrock-Forum und die Treffen viele angenehme Menschen kennengelernt, ich habe den Rock als Alltagskleidung für mich etabliert, und älter bin ich natürlich auch geworden…
Tempus fugit…

Vielen Dank!