Monthly Archive for Juli, 2006

Klischees

Wenn man sich entscheidet, als Mann Röcke und Strumpfhosen öffentlich zu tragen, ist man bisweilen vor Klischees und Schubladendenken nicht sicher. Ein beliebtes Kampffeld ist die Straße, weil sie gerade in einer Großstadt so herrlich anonym ist. So wurde ich mal ernsthaft gefragt, ob ich eine Frau sei. Angesichts eines Drei-Tage-Barts fand ich die Frage sehr amüsant. Wenn mir mal wieder „Schwuchtel“ hinterhergerufen wird, merke ich wieder sehr eindeutig, wie es um die Akzpetanz von Homosexualität bestellt ist. Ebenso monsterhaft müssen einigen Transvestiten oder Transsexuelle (was zwei vollkommen verschiedene Dinge sind) vorkommen. Ich sehe mich in keiner Rechtfertigungshaltung, leiste aber gerne Aufklärungsarbeit, wenn es sich ergibt. Aber meistens lasse ich die Leute stehen, weil es mir zu mühsam ist, den Leuten hinterherzurennen (viele besitzen nicht einmal den Mut, es einem trotz der Anonymität ins Gesicht zu sagen). Der „metrosexuelle Mann“ ist auch eine wunderbare Schublade. Abgesehen von dem vollkommen beknackten Begriff, der gar nichts erklärt, scheint diese Spezies für einige auch nur ein anderer Begriff für schwul zu sein. Andere sehen darin „Paradiesvögel“ wie David Beckham (der angeblich der Prototyp des metrosexuellen Mannes ist), womit ich ganz gut leben kann…

Glockenbach-Hinterhof-Flohmarkt

Gestern war ich auf dem einmal im Jahr stattfindenden Glockenbach-Hinterhof-Flohmarkt. In über 50 Höfen verkauften die Anwohner das Zeug, das sie nicht mehr gebrauchen können.
Die Atmosphäre war bei schönem Sommerwetter sehr angenehm. Im gegensatz zu den Flohmärkten in Riem oder Daglfing tummelten sich hier keine Händler rum, die neue Socken verhökern wollten oder andere Dinge überteuert offerierten. Es hatte den Charme des Improvisierten und Unprofessionellen. In vielen Höfen wurde man auch verköstigt; es wurden viele Kuchen angeboten, selbstgemachte Eistees und Hollunderschorlen (!). Eine Familie bot Pizza gereicht aus dem Küchenfenster.
Im Laufe des Mittags zogen sehr viele Menschen von Hinterhof zu Hinterhof. Die Stimmung war sehr gelöst. Und man bekam einen Eindruck von den Häusern im Viertel, da man meistens durch den Hausflur mußte, um zu den einzelnen Ständen zu gelangen.
Meine Ausbeute Sind zwei Pullover, ein Hemd, ein neuwertiges Paar Schuhe, fünf CD’s, ein Kalender für insgesamt 28 Euro…
Beschlossen wurde der Hinterhof-Flohmarkt mit einem Fest am Glockenbach.